Eigentlich sind dies gute Nachrichten: Der Weltgemeinschaft ist es in den letzten drei Jahren gelungen, die CO2-Emissionen nicht weiter ansteigen zu lassen. Dies ist umso bemerkenswerter, weil die Weltwirtschaft in diesem Zeitraum durchaus gewachsen ist. Zwei Punkte schmälern diese positive Entwicklung allerdings. Zum einen verläuft die Entwicklung der CO2-Emissionen in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Während China etwa eine deutliche Reduzierung verbuchen konnte, sind die Emissionen in Deutschland weiter angestiegen. Zum anderen nimmt die Menge an CO2 in der Atmosphäre deutlich stärker zu als dies durch die jährlichen weltweiten CO2-Emissionen zu vermuten wäre. Der Grund: Hitze und Dürren haben dafür gesorgt, dass die Pflanzenwelt deutlich weniger CO2 speichert.


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Die Pflanzenwelt speicherte weniger CO2 als früher

Experten sprechen dabei von der sogenannten Pufferwirkung der Landökosysteme. Denn Pflanzen nehmen CO2 auf, das anschließend nicht in die Atmosphäre entweichen kann. Viele Ausgleichsprogramme für verursachte CO2-Emissionen setzen daher zumindest teilweise auf die Wiederaufforstung von Regenwäldern. Im vergangenen Jahr allerdings sorgten Dürren und ein besonders warmes Klima dafür, dass das Pflanzenwachstum im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich eingeschränkt wurde. Wenn Pflanzen allerdings nicht wachsen oder sogar absterben, entfällt natürlich auch ihr positiver Beitrag zur Vermeidung von Klimaemissionen. Konkret speicherten die Landökosysteme im letzten Jahr rund sieben Gigatonnen CO2 – was lediglich sechzig Prozent der Menge aus vergangenen Jahren entspricht.


Die Menschen müssen mehr Emissionen einsparen

Aufgrund dieser Entwicklung hat der CO2-Gehalt in der Atmosphäre einen neuen Wachstumsrekord erreicht: Er nahm 2015 um 23 Gigatonnen zu. Für das nächste Jahr wird sogar ein Wert von 25 Gigatonnen erwartet. Denn natürlich handelt es sich um einen sich selbst verschlimmernden Kreislauf: Der zunehmende CO2-Gehalt in der Atmosphäre sorgt für ein wärmeres und unberechenbareres Klima – was dann wiederum das Pflanzenwachstum einschränkt und so wieder mehr CO2 entweichen lässt. Die Lösung für dieses Problem liegt aber auf der Hand: Die Menschheit muss schlicht noch mehr CO2-Emissionen einsparen, um den Kreislauf zu durchbrechen. Die Europäische Union ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht gerade vorbildlich unterwegs: 2015 nahmen die CO2-Emissionen auf dem europäischen Kontinent um 1,4 Prozent zu.

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