Der niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell ist so etwas wie der Klima-Vorreiter der fossilen Branche. So kündigte der Konzern kürzlich sogar seine Mitgliedschaft im US-Verband AFPM auf, weil dieser die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht unterstützt. Nun will Shell auch den eigenen Kunden ermöglichen, aktiv am Klimaschutz teilzunehmen. In den Niederlanden soll es ab nächster Woche möglich sein, klimaneutral Benzin oder Diesel zu tanken. Ermöglicht wird dies durch eine Art Trick. Denn beim Verbrennen des Kraftstoffs werden natürlich auch weiterhin Klimaemissionen verursacht. Der Konzern verspricht aber, diese an anderer Stelle auszugleichen. Bekannt ist dieses Verfahren bereits aus der Luftfahrt oder von Busreisen. Hier können Kunden einen kleinen Aufschlag zahlen und so die CO2-Emissionen neutralisieren.


Shell
Foto: Shell

Ein Cent pro Liter wird für den Klimaschutz fällig

Ganz unumstritten ist diese Möglichkeit allerdings nicht. Kritiker sprechen von einer Art modernem Ablasshandel. Dennoch stellt dies eine interessante Möglichkeit dar, die Auswirkungen seiner Reisen auf das Klima zumindest zu begrenzen. Wer in den Niederlanden zukünftig den Premium-Kraftstoff V-Power tankt, braucht nichts weiter tun. In diesem Fall verspricht Shell, die Klimaemissionen automatisch auszugleichen. Bei regulärem Benzin und Diesel wird hingegen auf freiwilliger Basis ein Obolus von einem Cent pro Liter erhoben. Das Geld wird dann verwendet, um Klimaschutzprojekte in aller Welt zu finanzieren. Außerdem sollen in den Niederlanden und in Spanien Millionen Bäume gepflanzt werden. Ausgeglichen werden soll so die Nettomenge CO2, die bei Förderung, Verarbeitung und Verbrauch des Öls freigesetzt wird.

Shell investiert seit einiger Zeit in nachhaltige Projekte

Erweist sich das Projekt in den Niederlanden als Erfolg, soll es zeitnah auch auf andere Länder ausgeweitet werden. Als erstes stünde dann die Implementierung in Großbritannien an. Ob und wann eine Umsetzung auch in Deutschland geplant ist, wollte eine Konzern-Sprecherin noch nicht bekannt geben. Shell hatte in der Vergangenheit bereits mit einigen anderen Investitionen für Aufsehen gesorgt. So wurde der deutsche Hersteller von Energiespeicherlösungen Sonnen übernommen. Außerdem hat der Konzern einen Teil seiner Tankstellen mit Ladesäulen für Elektroautos ausgestattet. Das Unternehmen arbeitet zudem daran, auch die eigenen CO2-Emissionen zu senken. Bis zur Mitte des Jahrhunderts sollen diese um die Hälfte reduziert werden. Ein Teil des Gehalts der Vorstände ist zudem daran geknüpft, dass bestimmte Klimaziele erreicht werden.


Via: FAZ

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