Kohle zu verbrennen, ebnete einst den Weg für die industrielle Revolution in Europa. Doch inzwischen handelt es sich um eine nicht mehr zeitgemäße Form der Energiegewinnung. Denn sie bringt gleich zwei negative Aspekte mit sich: Zum einen steigt dadurch die Luftverschmutzung stark an. Die Kraftwerke sind etwa in China für einen Teil der starken Smog-Entwicklung in vielen Städten verantwortlich. Außerdem werden enorme Klimaemissionen verursacht. Experten sind sich daher einig: Der Kampf gegen den Klimawandel kann nur gewonnen werden, wenn alle Länder aus der Kohleenergie aussteigen. Frankreich und Großbritannien haben auf internationaler Ebene daher bereits eine entsprechende Allianz gegründet. Nun hat sich Chile zum Ende der Kohleenergie bekannt. Die fünf wichtigsten Fakten:


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

1. Was wurde in Chile konkret beschlossen?

Zunächst sollen nur keine neuen Kohlekraftwerke mehr errichtet werden. Gleichzeitig sprach der Umweltminister aber bereits vom „Anfang vom Ende“ der Kohleenergie. Die Kraftwerksbetreiber haben daher inzwischen eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um auch die Abschaltung der vorhandenen Kraftwerke zu koordinieren. Damit ist klar: Die Kohle hat in Chile keine Zukunft mehr.


2. Wie wichtig ist die Kohleenergie aktuell in Chile?

Das Bekenntnis zum Kohleausstieg ist deutlich mehr als nur ein symbolischer Schritt. Denn heute sorgt der fossile Energieträger für einen Großteil der Stromversorgung in Chile. Oder in konkreten Zahlen ausgedrückt: Der Anteil an der Elektrizitätsversorgung liegt momentan zwischen 35 und 40 Prozent.

3. Wie sollen die Kohlekraftwerke ersetzt werden?

Detaillierte Pläne gibt es dazu bisher noch nicht. Doch klar ist: In den letzten Jahren hat in Chile ein massiver Boom der Solarenergie eingesetzt. Inzwischen handelt es sich sogar um die günstigste Form der Energieerzeugung in dem südamerikanischen Land.

4. Wird die Kohle nicht als Grundlast benötigt?

Auch hier können bisher nur Vermutungen angestellt werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist aber, dass Chile zu den größten Exporteuren von Lithium weltweit zählt. Dabei wiederum handelt es sich um den wichtigsten Rohstoff zur Herstellung von Energiespeichern. Ein Ansatz könnte also sein, die Schwankungen der Erneuerbaren Energien durch die Installation von Batterien auszugleichen.

5. Welche Position vertritt die deutsche Bundesregierung?

Grundsätzlich hat sich Deutschland zwar zu den Zielen der Weltklimakonferenz von Paris bekannt. Doch ein konkretes Ausstiegsdatum für die Kohleenergie gibt es noch nicht – obwohl viele gute Gründe dafür sprechen. Noch weiter geht inzwischen die polnische Regierung: Sie wirbt gemeinsam mit Donald Trump weltweit für die Verbreitung von „sauberer Kohle“ – hatte damit bisher aber eher weniger Erfolg.

Via: Treehugger

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