Geht man nach den absoluten Verkaufszahlen, ist die Volksrepublik China inzwischen der größte Markt für Elektroautos weltweit. Die meisten verkauften Fahrzeuge stammen aus einheimischer Produktion. Aber auch der US-Konzern Tesla macht dort seit einiger Zeit gute Geschäfte: Das Reich der Mitte gilt als zweitwichtigster Absatzmarkt für das Unternehmen. Doch in den vergangenen Monaten dürften die Verkaufszahlen dort massiv zurückgegangen sein. Dies geht aus Zahlen des Analyseunternehmens S&P Global hervor. Demnach wurden im Juli 82,8 Prozent weniger Elektroautos aus den USA nach China exportiert als ein Jahr zuvor. Tesla ist davon besonders stark betroffen, weil der Konzern die mit Abstand meisten Exporte in das Reich der Mitte verantwortet. Verantwortlich für den Rückgang ist US-Präsident Donald Trump.


Foto: Donald Tump, Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0

Im ersten Halbjahr machte Tesla rund eine Milliarde Dollar Umsatz in China

Denn dieser wirft dem chinesischen Staat unfaire Handelspraktiken vor und hat daher Strafzölle verhängt – worauf die chinesische Führung mit ähnlichen Maßnahmen reagierte. Für Fahrzeuge aus den Vereinigten Staaten müssen daher nun Zollabgaben in Höhe von vierzig Prozent entrichtet werden. Dies bedeutet: Kunden in China müssen für die Autos von Tesla deutlich mehr Geld bezahlen als in der Vergangenheit – wodurch die Modelle einheimischer Hersteller an Attraktivität gewinnen. Einige potentielle Kunden dürften aber auch hoffen, dass der Handelsstreit nur ein vorübergehendes Phänomen ist und daher mit dem Tesla-Kauf noch etwas warten. Für Tesla könnte dies zum Problem werden: Noch im ersten Halbjahr setzte der Konzern in China mehr als eine Milliarde Dollar um. Im zweiten Halbjahr dürften es nun deutlich weniger werden.

Auch der Import von Einzelkomponenten wird teurer

Zumal der Handelsstreit den Konzern noch auf eine andere Art und Weise betrifft. Denn einzelne Komponenten für den Bau von Elektroautos werden aus China importiert – und wurden nun ebenfalls mit höheren Zöllen belegt. Dadurch könnten die Autos für alle Kunden weltweit teurer werden. Dieser Effekt wird aber zumindest teilweise davon überlagert, dass der Bau der Batterien immer günstiger wird. Im vergangenen Jahr war Tesla daher sogar in der Lage, die Preise zu senken. Außerdem arbeitet Tesla-Chef Elon Musk bereits seit einiger Zeit daran, in Shanghai eine eigene Gigafactory zu errichten. Bis diese allerdings in der Lage sein wird, die Nachfrage aus dem Reich der Mitte lokal zu bedienen, dürften noch einige Jahre vergehen.


Via: Die Welt

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