Die Nutzerzahl des Mikroblogging-Dienstes Twitter nimmt immer weiter zu. Zuletzt verfügte das Unternehmen über mehr als 270 Millionen aktive Nutzer im Monat. Diese verschicken pro Tag mehr als eine halbe Milliarde Tweets. Ein unglaublicher Datenschatz – nicht nur für die Werbeindustrie, sondern auch für Forscher, die sich mit Kommunikation und Responsivität beschäftigen. Das „Massachusetts Institute of Technology“ hat daher eine eigene Forschungseinrichtung zu diesem Thema ins Leben gerufen. Im „Laboratory forSocial Machines“ sollen neue Techniken zur Analyse der sozialen Aktivitäten der Internet-Nutzer untersucht werden. Finanziert wurde die Einrichtung nicht zuletzt durch eine 10 Millionen Dollar Spende von Twitter.

Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler auch Zugriff auf die umfangreichen Datensätze des Unternehmens. Dazu gehören nicht nur die täglich neu erstellten Tweets, sondern auch das digitale Archiv des Unternehmens. Dort sind sämtliche Tweets gespeichert, die jemals veröffentlicht wurden. Der erste Tweet überhaupt wurde übrigens von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey publiziert und lautete: „just settingupmytwttr“. Von solcher Schlichtheit dürfte die absolute Mehrzahl der Tweets sein. In ihrer Gesamtheit geben sie aber einen interessanten Einblick in das Kommunikationsverhalten der Nutzer insgesamt und deren Reaktion auf bestimmte Ereignisse.


Neue Kommunikationsformen sollen erforscht werden

Die Kooperation mit Twitter bedeutet keineswegs, dass sich die Forscher ausschließlich mit Tweets beschäftigen werden. Vielmehr sollen sämtliche Social-Media-Plattformen in die Untersuchung einbezogen werden. Ziel der Mitarbeiter des „Massachusetts Institute of Technology“ ist es, im Anschluss an die Analyse der Daten, neue Kommunikations- und Organisationsformen zu entwickeln. Social-Media Kanäle seien schon heute ein wichtiger Faktor, um bei öffentlichen und privaten Einrichtungen für Verantwortlichkeit und Transparenz zu sorgen, so Deb Roy, Vorsitzender der neuen Forschungseinrichtung. Diese positiven Fähigkeiten sollen aufgenommen und weiter entwickelt werden.

Letztlich benötige man neue Wege zur Zusammenarbeit und Kommunikation, um zukünftige gesellschaftliche Probleme effektiv zu lösen, so das Bostoner Forschungsinstitut. Dies mag etwas hochtrabend klingen, aber das Potential der neuen Social-Media-Kanäle sollte auch nicht unterschätzt werden. Während der Umwälzungen des Arabischen Frühlings wurde ein Großteil der Proteste über derartige Kommunikationskanäle organisiert. Diese Fähigkeit von Massenkommunikationsdiensten lässt sich natürlich nur schwer zentral steuern. Ausgiebige Grundlagenforschung auf diesem Gebiet, ist aber sicher kein schlechter Anfang.


Quelle: DigitalJournal

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