Das eingebaute Verfallsdatum vieler moderner Produkte war gestern Nachmittag Thema auf Trends der Zukunft: Die sogenannte »geplante Obsoleszenz« bestimmt unser Leben und vermüllt unseren Planeten. Der Weg in die Wegwerfgesellschaft war von menschlicher Hand geplant, um ein Wirtschaftssystem aufzubauen, das auf ausschweifendem Überfluss basiert. Doch es gibt einen Weg zurück, indem wir von der Natur lernen.


Üppig blühender Klatschmohn: Überfluss ohne Abfall

Es gibt keinen Abfall in der Natur, nur Nährstoffe

Lässt man der Natur freien Lauf, dann hält sie sich nicht zurück, sondern produziert einen gigantischen Überfluss. Pflanzen, Blätter und Früchte gedeihen in Hülle und Fülle; niemand kann sie so schnell verzehren, wie sie wachsen. Und das muss auch gar nicht sein, denn es gibt keinen Abfall in der Natur, nur Nährstoffe. Nicht nur den Rehen und Hirschen hungert es nach grüner Nahrung, sondern auch die Würmer, Pilze und Insekten im Boden benötigen ihre tagtägliche Versorgung. So fallen viele Früchte und Blätter einfach herunter, verfaulen und dienen als Nährstoff für eine gewaltige Population von Lebewesen, die wir höchst selten zu Gesicht bekommen. Ein tolles Vorbild für uns als Menschen, Produzenten und Konsumenten!

Jedes Produkt der Welt lässt sich auf Basis der Ökoeffektivität neu erfinden

Der Architekt William McDonough und der Chemiker Michael Braungart prägten den Begriff der Ökoeffektivität und beschrieben ihr Konzept 2002 in dem Buch »Cradle to Cradle« (»Von der Wiege bis zur Wiege«). Die beiden Denker möchten sämtlichen Abfall als »Nahrung« ansehen, der entweder in einen biologischen Kreislauf zurückgeführt oder in einen technischen Kreislauf integriert wird. Pflanzen und Tiere bezeichnen sie als ökoeffektive Abfallproduzenten, und sie meinen, dass auch wir Menschen diesen Status erlangen sollten. Braungart spricht von Textilien, die man theoretisch essen könnte, weil nichts als unschädliche, teils sogar nährstoffreiche »Zutaten« darin enthalten sind. Er meint, man könne auf Basis des »Cradle-to-Cradle«-Konzepts jedes Produkt der Welt neu erfinden, sodass es sich in einen unendlichen Kreislauf einfügt. Der Chemiker kommt in der Arte-Doku »Kaufen für die Müllhalde« zu Wort, die noch viele andere spannende Gedanken bereithält.


Quelle: arte.tv 

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