Unternehmen haben schon lange erkannt, dass man mit gutem Design eine hohe Aufmerksamkeit erreichen und Fans einer Marke durch die Ausweitung auf Kultur und Lebenstil Elemente noch stärker binden kann. Zudem kann man durch Investitionen in Kultur eigentlich nichts verkehrt machen, ganz im Gegenteil man fördert und fordert die Gesellschaft. Ein ideales Beispiel liefert in diesem Fall der deutsche Autohersteller Audi mit dem neuen Ultra-Chair R18, einem Leichtbaustuhl an dessen Entwicklung eine Reihe von Audi-Ingenieure teilhatten, 1500 Probanden partizipierten und die Designdirektion von den bekannten Künstlern Clemens Weisshaar und Reed Kram durchgeführt worden ist. Den neuen Prototypen des Leichtbaustuhls kann man derzeit auf der Ausstellung Design Miami oder aber als Video weiter unten im Artikel begutachten.

Details zum Ultra-Chair von Audi

Der Prototyp wurde in Zusammenarbeit mit dem Audi Leichtbauzentrum entwickelt und erstmals im April auf der Mailänder Möbelmesse vorgestellt. Aus den Ergebnissen einer interaktiven Installation mit über 1.500 Probanden und mit dem Knowhow der Audi Leichtbau-Ingenieure entstand der finale Stuhl: stabiler, komfortabler und ein Kilogramm leichter als geplant. Audi gilt in der Automobilbranche als innovativer Treiber der Leichtbautechnologie, also beste Voraussetzung um Neues auszuprobieren. Der R18 Ultra Chair besteht aus Kohlefaser, Carbon und hochfestem Aluminiumblech. In Kooperation mit den Leichtbau-Experten von Audi reizten die Designer Clemens Weisshaar und Reed Kram die Grenzen der Materialien aus. Ihr Ziel war, ein Maximum an Stabilität und Komfort bei einem Minimum von Materialeinsatz und Gewicht zu erreichen.


Dazu wurde ein Prototyp des Stuhls mit Sensoren ausgestattet. In einer interaktiven Installation konnten 1.500 Probanden den neuen Stuhl mit Hilfe der elektronischen Verknüpfungen testen. Diese Technik wird sonst in den Testlaboren von Audi zur Entwicklung von Rennautos genutzt. „Wir haben die Technologie zum ersten Mal bei einem Möbelstück angewandt und konnten so die Kräfte sichtbar machen, die im Stuhl wirken“, erklärt der Designer Clemens Weisshaar. Anhand der gewonnenen Daten zur Statik des Stuhles, optimierten die Designer in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Audi Leichtbauzentrums den Entwurf. Die Materialien wurden dabei entsprechend ihrer Eigenschaften an den richtigen Punkten eingesetzt.

So leicht wie möglich, so schwer wie nötig

Der Ultra-Chair spiegelt das Audi ultra Prinzip wider: durch entsprechende Materialwahl und Bauteiloptimierung auf jedes Gramm an überflüssigem Material zu verzichten. „Diese Effizienz ist es, um die es uns beim ultra-Leichtbau geht“, erklärt Dr. Karl Durst, Ingenieur für Faserverbundwerkstoffe im Audi Leichtbauzentrum. Er hat an dem Projekt mitgearbeitet: „Wir kombinieren die Stärken der Werkstoffe, damit ihre Schwächen nicht zum Tragen kommen“, so Durst.

Der finale R18 Ultra Chair wird im Rahmen der Design Miami (eines der einflussreichsten Designforen der Welt) vom 5. bis 9. Dezember präsentiert. Dort geben die Designer in einer Werkschau den Besuchern Einblicke in ihre Arbeit am R18 Ultra Chair. Sie zeigen Skizzen, Materialproben, Modelle und Prototypen aus unterschiedlichen Stadien des Entwicklungsprozesses sowie einen Roboter aus der Automobilindustrie. Eine besondere Attraktion ist der Taufpate des Stuhls, der Rennwagen R18 ultra, der in diesem Jahr beim 24 Stunden Rennen in Le Mans für Audi startete.

Video zum Prototypen des Leichtbaustuhls

Über die Audi Ultra-Chair Designer

Der Designer Clemens Weisshaar stammt aus München und hat am Royal College of Art in London Produktdesign studiert. Reed Kram wurde in Ohio, USA geboren und hat vor seiner Designausbildung beim MIT in Cambridge ein mathematisches Studium absolviert. Beiden gelten als „Paradebeispiel eines neuen Typus von Designern“ (International Herald Tribune). Ihre Arbeiten sind unteren anderem im Museum of Modern Art, New York und im Centre Pompidou, Paris ausgestellt.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.