Vögel gelten als letzte Nachfahren der Dinosaurier. Dieser Theorie zufolge entwickelten sich einige Vertreter der Dinosauriergruppe der Theropoda im Laufe der Evolution so weiter, dass sie das Fliegen erlernten und zu den heute bekannten Vögeln wurden. Eine Forschergruppe der Universidad de Chile hat in diesem Zusammenhang nun ein interessantes Experiment unternommen und ein Hühnchen-Embryo mit Dinosaurierbeinen gezüchtet. Möglich wurde dies, in dem die Wissenschaftler ein Gen namens Indian Hedgehog ausschalteten. Dadurch wurde das Wachstum des Beinknochens verhindert und es entstand eine Beinstruktur, die denen der Dinosauriervorfahren glich. Mit solchen und ähnlichen Experimenten verfolgen die Wissenschaftler dabei das Ziel, die Evolution der Vögel zurückverfolgen zu können.


Die Entwicklung von Fibula und Tibia stand im Mittelpunkt

Im Wesentlichen drehte es sich diesmal um die Entwicklung der Knochen Fibula und Tibia – bei einem Menschen würde man von Schien- und Wadenbein sprechen. Bei den heutigen Vögeln ist die Fibula dabei deutlich kürzer und hat keinen direkten Kontakt mit dem Fuß. Diesen hat ausschließlich die Tibia. Bei den Vorfahren aus dem Reich der Dinosaurier war dies allerdings noch anders: Dort waren Fibula und Tibia nahezu gleich lang und endeten beide mit einem direkten Kontakt zum Fuß des Tieres. Bei dem nun künstlich gezüchteten Hühner-Embryo ließ sich ebenfalls diese Doppelstruktur aus ähnlich langer Fibula und Tibia beobachten.


In der Vergangenheit wurden bereits Hühner-Embryos mit Dinoschnauze gezüchtet

Mit anderen Worten: Die Forscher haben die Evolution in diesem Bereich zurückgedreht und wieder die ursprüngliche Form erhalten. Was bei den Beinknochen funktionierte, müsste demnach eigentlich auch bei anderen Teilen des Hühnchen-Skelets möglich sein. Tatsächlich gelang es Forschern der Yale-Universität bereits vor einiger Zeit, ein Hühnchen-Embryo mit einer Schnauze statt eines Schnabels zu züchten. Auch dort hatte man das Wachstum frühzeitig gehemmt und so versucht, Erkenntnisse über die Evolution des Vogelschnabels zu erhalten. Tatsächlich zur Welt kommen werden diese Züchtungen allerdings nicht. Es handelt sich um reine Versuche im embryonalen Zustand, die nicht ausgebrütet werden.

Via: Iflscience

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