Patienten, die vom Hals abwärts querschnittsgelähmt sind, sind oftmals selbst bei eigentlich einfachen Tätigkeiten auf die Hilfe anderer Personen angewiesen. Ärzten in Australien ist es nun aber gelungen, die Situation für einige Querschnittsgelähmte zumindest ein wenig zu verbessern. So operierte das Team rund um Natasha van Zyl insgesamt 16 Patienten. Diese waren jeweils innerhalb der letzten 18 Monate in einen Unfall verwickelt, der die Querschnittslähmung zur Folge hatte. Außerdem handelte es sich zumeist um noch junge Menschen: Das Durchschnittsalter lag bei 27 Jahren. Die Ärzte suchten nun jeweils noch gesunde Nerven oberhalb der Verletzung des Rückenmarks und verknüpften diese mit den beschädigten Nerven der Arm- und Handmuskeln.


Die Patienten gewannen ein großes Maß an Unabhängigkeit

Anschließend ist Geduld gefragt gewesen. Denn der gesunde Nerv wuchs nun langsam in Richtung des Zielmuskels. Im Schnitt legte er dabei rund einen Millimeter pro Tag zurück. Für die Patienten bedeutete dies, dass sie erst nach drei bis sechs Monaten die gewünschten Muskeln gezielt ansteuern konnten. Durch intensives Training ließen sich dann aber erstaunliche Ergebnisse erreichen. So wurden die Patienten in die Lage versetzt, wieder selbstständig zu essen oder elektronische Geräte zu bedienen. Auch die Mobilität verbesserte sich entscheidend: Der Rollstuhl konnte wieder selbst angetrieben werden und es war sogar möglich aus eigener Kraft ins Auto oder ins Bett zu steigen. Mit anderen Worten: Das Leben der Patienten verbesserte sich signifikant. Bisher wurde die Methode erst vergleichsweise selten angewandt. Dennoch erschien nun eine erste große Überblicksstudie. Diese kommt zu dem Ergebnis: Das neue Operationsverfahren funktioniert und bietet großes Potential.


Alternativ können auch die Sehnen verbunden werden

Es wird aber auch auf die Limitierungen hingewiesen. So können die Operationen nur bei Patienten durchgeführt werden, die noch nicht all zu lange Querschnittsgelähmt sind. Außerdem stellte sich bei drei der sechzehn operierten Personen keine Verbesserung ein oder es kam zu Komplikationen. Noch muss also genauer untersucht werden, bei welchen Patienten die Methode angewandt werden kann und bei welchen nicht. Möglich ist es zudem auch, nicht die Nerven der Muskeln miteinander zu verbinden, sondern die Sehnen. Die beiden Ansätze bringen unterschiedliche Vorteile mit sich: Werden die Sehen verbunden, ergibt sich ein kräftigerer Griff. Bei verbundenen Nerven sind dafür filigranere Bewegungen möglich.

Via: The Lancet

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1 Kommentar

  1. Berger

    1. August 2019 at 13:29

    Gut

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