Der Kohleausstieg ist in der deutschen Politik ein heikles Thema. Einerseits ist spätestens seit der Weltklimakonferenz von Paris klar, dass Kohlekraftwerke in Deutschland keine Zukunft haben. Auf der anderen Seite scheut sich die Politik aber ein konkretes Ausstiegsdatum zu benennen. Die Regierungen in Großbritannien und Frankreich hingegen haben dies bereits vor einiger Zeit getan. In Berlin allerdings hat sich nun die neue Regierung bestehend aus SPD, Grünen und der Linkspartei des Themas angenommen. Ab dem Jahr 2030 soll dort kein Strom aus Kohlekraftwerken mehr verbraucht werden. Ein symbolischer Schritt dorthin wird nun in Berlin-Rummelsburg vollzogen: Das Heizkraftwerk Klingenberg wird zukünftig keine Braunkohle mehr verfeuern.


Foto: By Avda (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Pläne für ein Biomassekraftwerk mussten nach Protesten verworfen werden

Stattdessen soll dort ein Gaskraftwerk entstehen. Dies stellt zwar keine völlige Abkehr von fossilen Energieträgern dar, spart aber immerhin jährlich 600.000 Tonnen an CO2-Emissionen ein – was in etwa drei Prozent der gesamten Berliner Emissionen entspricht. Das im Jahr 1926 gebaute Kraftwerk verbrannte zunächst Steinkohle und wurde Mitte der 1980er Jahre auf die Nutzung von Braunkohle umgestellt. Eine zeitlang wollte der Betreiber Vattenfall das Braunkohlekraftwerk auch durch ein Biomassekraftwerk ersetzen. Allerdings ließ sich in der Region nicht genügend Holz ankaufen, weshalb der Rohstoff aus Liberia importiert werden sollte – was zu erheblichen Protesten führte. Letztlich wurde das Projekt daher nicht weiter verfolgt und stattdessen die Umrüstung auf Gas in Angriff genommen.

Eine Machbarkeitsstudie soll konkrete Schritte für den Kohleausstieg benennen

Zwar wird in Berlin zukünftig keine Braunkohle mehr verbrannt, wohl aber noch Steinkohle. Der Ausstiegsbeschluss bis zum Jahr 2030 wurde von der Landesregierung aber bereits gefasst. Nun muss zunächst noch das Abgeordnetenhaus zustimmen, bevor eine Machbarkeitsstudie konkrete Schritte zur Umsetzung ermitteln soll. Klimaaktivisten fordern zudem bereits jetzt eine deutlich ambitionierte Zielsetzung und halten eine kohlefreie Stromversorgung bereits ab dem Jahr 2020 für möglich. Die Berliner Stadtregierung möchte mit dem lokalen Kohleausstieg auch ein Zeichen setzen, dem im Idealfall andere Landesregierungen folgen. Erste Überzeugungsarbeit soll etwa im benachbarten Brandenburg geleistet werden, wo ein Großteil der deutschen Braunkohleförderung stattfindet.


Via: Stadt Berlin

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