Der Markt für Lebensmittel hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ehemalige Verkaufsschlager wie Schokoriegel geraten immer stärker in die Kritik. Auf der anderen Seite versuchen immer mehr Menschen, mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln die eigene Nährstoffaufnahme zu optimieren. In Japan hat der Lebensmittelkonzern Nestlé daher vor einiger Zeit das sogenannte „Wellness-Ambassador“-Projekt ins Leben gerufen. Faktisch handelt es sich dabei um eine Art Abo-Service, bei dem Kunden mit gesunden Smoothies, Riegeln und Ergänzungsmitteln beliefert werden. Je nach Umfang der Belieferung müssen Kunden für diesen Service bis zu 600 Euro im Jahr zahlen. Für Nestlé ist dies eine gute Sache, denn ein solches Modell sorgt für regelmäßige und gut planbare Einnahmen.


Künstliche Intelligenz soll die gesammelten Daten auswerten

Ein einzelner Punkt des Programms wirft allerdings Fragen auf. Denn der Konzern verschickt an die Teilnehmer auch DNA- und Bluttestkits. Werden diese verwendet und zurückgeschickt, erhält Nestlé zusätzliche Informationen über den Gesundheitszustand des Teilnehmers. Auf den ersten Blick erscheint dies durchaus logisch. Denn je mehr Informationen der Konzern hat, desto genauer kann er auch die Belieferung auf den Bedarf des einzelnen Kunden zuschneiden. Allerdings ist auch klar: Ganz selbstlos ist der Service des Unternehmens nicht. Vielmehr sollen die Daten auch komprimiert noch einmal mithilfe von künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Das finale Ziel: Neue Produkte zu entwickeln, die exakt auf die gesundheitliche Situation in konkreten Märkten zugeschnitten sind. Auf diese Weise könnte man sich von der immer stärker werdenden Konkurrenz abheben.


Japan dient als Testgebiet für den neuen Ansatz

Nestlé investiert daher schon seit einigen Jahren verstärkt im Bereich Forschung und beschäftigt inzwischen mehrere hundert Wissenschaftler. Zuletzt deutete sich auch bei den Transaktionen eine Kehrtwende an. So verkaufte das Unternehmen das US-Geschäft mit Süßwaren und verleibte sich stattdessen mit Atrium Innovations einen kanadischen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln ein. Japan ist zudem der ideale Ort, um das „Wellness-Ambassador“-Programm zu testen. Denn die Bevölkerung dort wird immer älter und legt traditionell einen großen Fokus auf das Thema Gesundheit. Sollten die Teste mit den DNA- und Bluttests hier erfolgreich verlaufen, ist es gut denkbar, dass ein ähnliches Projekt bald auch auf anderen Märkten etabliert wird. Wichtig aber: Die Abgabe ist stets freiwillig.

Via: Manager Magazin

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