Unabhängig davon, wie sinnvoll oder unsinnig der Grenzwert von 40 Milligramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft ist: Die Lage scheint sich zu entspannen. An zahlreichen Messstationen ist die Belastung im Jahr 2018 teilweise deutlich zurückgegangen. Das kann jeder überprüfen. Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) hat einen Stickoxid-Rechner ins Netz gestellt stickoxid-rechner.de, der frei zugänglich ist. Er zeigt die Belastung durch Stickstoffdioxid an, das ist die Verbindung, die gesundheitsschädlich sein kann.


By Rl91 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Zu jeder Station gibt es drei Grafiken. Die erste zeigt die Belastung im Jahresdurchschnitt. Die zweite gibt die Überschreitung in Prozent an. Aus der dritten schließlich geht hervor, um wie viele Prozent die Emissionen gesenkt werden müssen, um den Grenzwert einzuhalten.

Einige Messstationen liefern keine Daten

Das System weist allerdings Lücken auf. So gibt es für die Jahre 2017 und 2018 keine Daten für die berühmteste und gleichzeitig berüchtigste Messstation am Neckartor in Stuttgart. Allerdings sind auch dort die Werte drastisch zurückgegangen, wie auf www.stadtklima-stuttgart.de zu sehen ist. 2005 wurde der Grenzwert dort noch an 853 Tagen überschritten. 2017 waren es noch drei Stunden, 2018 noch elf.


Erste Erfolge durch Fahrverbote in Hamburg?

Auch die Messstation, die die Bürger von Aachen zittern lässt, gibt Hoffnung. Nachdem der Grenzwert an der Wilhelmstraße 2010 noch um 27 Prozent überschritten wurde, lag der Wert 2018 bei ganzen vier Prozent. Auch in Hamburg, das bereits zwei Straßen für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt hat, sind die Belastungen zurückgegangen, möglicherweise wegen des Fahrverbots. 2009 lag die Konzentration noch um 70 Prozent über dem Grenzwert, 2018 45,5 Prozent. Ähnlich die Situation an der Stresemannstraße, die auch von einem Fahrverbot betroffen ist. 2010 gab es noch eine Konzentration von 65 Milligramm pro Kubikmeter, 2018 waren es noch 44,7. Im Jahr davor, also vor der Verbannung älterer Dieselfahrzeuge, lag der Wert mit 47,4 auch kaum höher.

Emissionen müssen stärker reduziert werden als vermutet

Besonders Aufwändig ist die Berechnung der nötigen Reduzierung der Emissionen, um den Grenzwert einzuhalten. „Wenn 50 statt wie erlaubt 40 Milligramm pro Kubikmeter gemessen werden, dann bedeutet das nicht, dass die Emissionen um 20 Prozent zurückgehen müssen. Tatsächlich sind es eher 40 Prozent“, so Franz Rohrer, Atmosphärenforscher am FZJ, der sich seit Jahren mit den Auswirkungen von Emissionen des Verkehrs auf die Güte der Luft befasst.

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1 Kommentar

  1. Werner

    1. Februar 2019 at 19:32

    „2005 wurde der Grenzwert dort noch an 853 Tagen überschritten“ Wow, da hat sich die Erdrotation aber dramatisch verlangsamt 🙂 .

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