Jedes Jahr gelangen mehrere Millionen Tonnen Kunststoff in die Ozeane. Studien haben gezeigt, dass eines der größten Probleme bei der Bekämpfung des Plastiks, das sich bereits im Wasser befindet, die Tatsache ist, dass niemand weiß, wo es sich befindet. Zahllose große Plastikteile werden in kleine Fragmente zersetzt, die schwer zu verfolgen sind. Forscher haben nun eine Methode entwickelt, um die kleinen Mikroplastikteile sichtbar zu machen.


Mikroplastik: Unsichtbare Bedrohung

Mikroplastik kann unter Umständen so klein wie die Breite eines menschlichen Haars sein. Einer Studie zufolge schwimmen inzwischen zwischen 93.000 und 236.000 metrische Tonnen Mikroplastik allein auf der Oberfläche der Ozeane. Wie viel unter Wasser schwimmt, lässt sich kaum abschätzen. „“We don’t know how much of it is on the seafloor, we don’t know how much of it is on the coastlines or beaches, trapped in mangrove forests, those kinds of things, and we don’t know how much is in the guts of marine animals and organisms. As long as we don’t know that, we don’t know where marine life interacts with those plastics and we also don’t know where is best to take out the plastic or to clean it up“, so Erik van Sebille, der Hauptautor der Studie.


Mikroplastik ist eine Bedrohung für Meerestiere und kann unter Umständen auch Chemikalien abgeben, die durch den Verzehr von Fisch sogar wieder bei uns Menschen landen können.

Forscher bringen das Plastik zum Leuchten

Bevor wir uns mit der Frage auseinandersetzen, wie wir diese großen Mengen Mikroplastik aus dem Meereswasser herausbekommen, müssen wir ein besseres Verständnis von der Situation erlangen. Sebille hat für die nächste Phase seiner Forschung Mittel von der Europäischen Union bekommen und möchte eine 3D-Karte des durch die Ozeane zirkulierenden Plastiks erstellen. Dazu will er eine Technik einsetzen, die an der University of Warwick entwickelt wurde.

Forscher der Warwick School of Life Sciences fanden heraus, dass ein spezieller fluoreszierender Farbstoff in der Lage ist, sich an die im Wasser schwebenden Plastikteilchen zu binden. Diese Plastikteilchen können dann optisch unter einem Fluoreszenz-Mikroskop nachgewiesen werden, was die Erfassung der Verunreinigung erheblich erleichtert.

Das Team testete das Verfahren an Wasserproben, die rund um die Hafenstadt Plymouth entnommen wurden. Es gelang ihnen so, Plastikteilchen zu finden, die nur 20 Mikrometer klein waren. Der Test zeigte schon einige alarmierende Ergebnisse. Das Team fand nicht nur deutlich mehr Mikroplastik als erwartet, es stellte sich auch heraus, dass die meisten Plastikteilchen aus dem Kunststoff Polypropylen bestehen, welcher vor allem für Verpackungsmaterial verwendet wird.

Der erste Schritt in einem langen Kampf

Die Forscher wollen als nächstes an der Frage arbeiten, wie sie diese Nachweismethode im großen Stil einsetzen können. Dazu arbeiten sie an einer speziellen Software zur Bildanalyse. Das Ziel ist die Entwicklung eines automatischen Prozesses zur Erkennung von Mikroplastik im Wasser. „Using this method, a huge series of samples can be viewed and analyzed very quickly, to obtain large amounts of data on the quantities of small microplastics in seawater or, effectively, in any environmental sample. Current methods used to assess the amount of microplastics mostly consist in manually picking the microplastics out of samples one by one – demonstrating the great improvement of our method“, so Gabriel Eri-Cassola, der an der Studie beteiligt war.

Eine Methode, um das Auftreten von Mikroplastik in Meerwasser genau nachweisen und kartographieren zu können wäre ein erster Schritt auf dem Weg zur Bekämpfung des Problems. Allerdings stünde uns dann die nächste große Herausforderung hervor: Wir müssen herausfinden, wie wir das Zeug aus dem Wasser herausbekommen.

via New Atlas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.