Im Sommer geht’s für viele Menschen ans Meer. Badeurlaube sind nach wie vor schwer im Trend. Ein guter Sonnenschutz ist dabei unerlässlich, da zu viel UV-Strahlung extrem schädlich sein kann. Jedoch gilt es bei der Auswahl des Sonnenschutzes genau aufzupassen: Einige Inhaltsstoffe können schädlich für den Träger sein, andere wiederum verunreinigen das Meer.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gefährliche Inhaltsstoffe

Sonnencremes und andere Sonnenschutzmittel enthalten teilweise organische Verbindungen, teilweise anorganische Nanopartikel, um die Haut vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Einige dieser Chemikalien können jedoch zum Problem werden: Teilweise entfalten sie hormonähnliche Wirkung oder können sogar die Spermienfunktion stören.

Außerdem enthalten viele Sonnenschutzmittel Schwermetalle wie Titan sowie Spuren von Aluminium, Cadmium, Kupfer, Mangan, Kobalt, Nickel und Blei. Bisher war jedoch weitestgehend ungeklärt, inwiefern diese Inhaltsstoffe ins Meer übergehen können. Ein Team rund um Araceli Rodriguez-Romero von der Universität von Cantabrien in Santander wollte genau dies untersuchen. Dazu ermittelten die Forscher, wie schnell sich die Metalle aus einer Sonnenmilch mit dem Lichtschutzfaktor 50 im Meerwasser lösten. Anschließend erstellten die Forscher ein Modell, das Aussagen darüber zulässt, wie viele Schwermetalle an einem typischen Mittelmeerstrand pro Tag ins Wasser gelangen.


Sonnenmilch löst sich im Wasser

Die Forscher fanden heraus, dass die Sonnenmilch im Meerwasser erstmal stabile Kolloide bildet, die nur schwer löslich sind. Mit der Zeit setzt die UV-Strahlung jedoch nach und nach die enthaltenen Metalle frei – und zwar zum Teil mit einer Verzögerung von bis zu sechs Stunden.

Bei der für einen Sommertag typischen Menge an Badenden an einem durchschnittlichen Mittelmeerstrand kann sich der Gehalt einiger Metalle im Wasser in der Nähe des Strandes bereits signifikant erhöhen. Dabei gingen die Forscher davon aus, dass die Badenden im Schnitt 18 Gramm Sonnenmilch auftrugen – was etwa der Hälfte der empfohlenen Menge entspricht.

Die stärksten Anstiege fanden wir bei Titan mit 19,8 Prozent, Aluminium mit vier Prozent und Blei mit 0,2 Prozent„, so die Forscher. Die Konzentrationszunahme bei anderen Metallen lag im Bereich einiger hunderstel Prozent.

Doch diese Spurenmetalle spielen schon in geringen Konzentrationen eine biologische Schlüsselrolle im Ozean. Deshalb könnten schon winzige Mengen der gelösten Konzentrationen dieser Metalle Auswirkungen auf die marine Lebenswelt haben„, erklärt das Team. Cadmium und Blei etwa können auch in den Konzentrationen aus dem Modell der Wissenschaftler toxisch auf Algenzellen wirken.

Die Folgen sind unbekannt

Die Forscher sind der Ansicht, dass die Metalle aus den Sonnenschutzmitteln an stark besuchten Stränden durchaus einen Einfluss auf das Ökosystem haben könnten – vor allem dann, wenn ein Strand in einer Bucht mit geringem Wasseraustausch liegt. Die Effekte der Konzentrationsveränderungen sind jedoch unbekannt. Es sind daher weitere Untersuchungen nötig, um herauszufinden, wie sich das Metall aus den Sonnenschutzmitteln auf die Ökosysteme auswirkt.

An den Stränden dieses Meeres erfreuen sich Millionen Besucher jedes Jahr, allein im Jahr 2016 waren es mehr als 300 Millionen Touristen„, so die Wissenschaftler. Die damit verbundenen Mengen an Sonnenschutzmittel könnten bisher unbekannte ökologische Folgen haben.

via American Chemical Society

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