Im Vergleich zu anderen Schwellen- und Entwicklungsländern wächst die Wirtschaft El Salvadors eher langsam. Grundsätzlich könnten Investitionen ausländischer Konzerne dabei helfen, die Wirtschaft des Landes voranzubringen. Dennoch hat das Parlament Ende März ein neues Gesetz verabschiedet, das internationale Bergbaukonzerne aufhorchen lässt: In El Salvador ist der kommerzielle Bergbau zukünftig verboten. Dies gilt sowohl für unterirdische Stollen als auch für den Tagebau. Gefordert wurde eine solche Regelung bereits seit längerem von einem Bündnis aus Menschenrechtsaktivisten, Umweltschützern, der katholischen Kirche und der Mehrheit der Bevölkerung. Denn der Abbau der Rohstoffe ging bisher nicht nur mit schlechten Arbeitsbedingungen einher, sondern stellte auch eine enorme Belastung für die Umwelt dar.


90 Prozent der Gewässer sind stark belastet

So kommen beispielsweise Chemikalien wie Quecksilber und Zyaniden zum Einsatz, die anschließend in die Trinkwasservorräte des Landes gelangen. Den Angaben des Umweltministeriums zufolge sind beispielsweise 90 Prozent der Gewässer des Landes stark belastet. Viele können daher nicht mehr zur Gewinnung von Trinkwasser genutzt werden. Aber auch abgesehen davon sorgte der Bergbau für eine ungleiche Verteilung der Gewinne. Denn während von den Einnahmen vor allem die internationalen Konzernen und einige wenige Personen vor Ort profitierten, wurde vielen anderen Einwohnern durch den Abbau der Edelmetalle die Lebensgrundlage entzogen. Dies verschärfte die sozialen Spannungen innerhalb des Landes. In Umfragen lehnen daher rund 80 Prozent der Bewohner den Bergbau ab.


Ein Schiedsgericht der Weltbank gab El Salvador Recht

Bereits vor einiger Zeit hatte die Regierung dem kanadischen Konzern Oceana Gold keine Betriebserlaubnis für eine neue Goldmine erteilt. Das Unternehmen wollte anschließend vor einem Schiedsgericht der Weltbank 300 Millionen Dollar Schadensersatz aufgrund entgangener Gewinne einklagen. Doch die Richter folgten der Argumentation der Regierung von El Salvador. Diese verwies auf den hohen Wasserverbrauch und die zu erwartenden Umweltbelastungen. Die Klage wurde schließlich abgewiesen. Die nun von Parlamentariern aller Parteien beschlossene gesetzliche Regelung soll dafür sorgen, dass auch zukünftig keine Betriebsgenehmigungen mehr erteilt werden. Langfristig könnte sich die Natur des Landes dann von den Folgen des Bergbaus erholen, so die Hoffnung der Umweltschützer.

Via: Inhabitat

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