Diabetes Typ 2 ist eine Krankheit, die in der Regel durch Übergewicht entsteht und eigentlich erst ab einem Alter von 40 Jahren auftritt. Bei Kindern mit niedrigem Blutzuckerspiegel diagnostizieren Ärzte daher für gewöhnlich Diabetes Typ 1. Diese Vorgehensweise muss zukünftig aber wohl überdacht werden. Denn Ärzte in den Vereinigten Staaten haben bei einem dreijährigen Mädchen Diabetes Typ 2 festgestellt. Der Unterschied ist von Bedeutung, weil die verschiedenen Diabetes-Typen unterschiedliche Behandlungsmethoden erfordern. Bei Typ 1 müssen regelmäßig Insulinpräparate gespritzt werden, um das körpereigene Insulin zu ersetzen. Bei Typ 2 wiederum steht vor allem ein veränderter Lebenswandel im Mittelpunkt. Die Patienten müssen zumeist ihre Ernährung umstellen, sich regelmäßig bewegen und so ihr Gewicht reduzieren.


Zwei Füße stehen auf einer Personenwaage
Übergewicht gilt als einer der Hauptursachen für Diabetes Typ 2. Foto: Frank C. Müller [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Durch Gewichtsverlust kann der Blutzuckerspiegel normalisiert werden

Genau dies war auch bei dem dreijährigen Mädchen aus Houston der Fall. Diese wog bei der Untersuchung 35 Kilo und somit mehr als doppelt so viel wie in diesem Alter normal. Durch eine entsprechende Therapie konnte das Mädchen aber innerhalb eines halben Jahres ihr Übergewicht abbauen und ihren Zuckerspiegel normalisieren. Essentiell für diesen Erfolg war aber die richtige Diagnose. Der behandelnde Kinderarzt Michael Yafi hat den Fall daher nun auf einem Ärztekongress präsentiert und seine Kollegen dazu aufgerufen, auch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Diabetes Typ 2 in Betracht zu ziehen.

Frühe Diagnose kann dauerhafte Schäden verhindern

Die zunehmende Verbreitung von Diabetes Typ 2 wird von Forschern dabei auf den immer ungesünderen Lebenswandel der Menschen zurückgeführt. Das tückische an der Krankheit ist, dass diese lange Zeit keine merklichen Symptome verursacht. In dem Moment, indem dann akute Einschränkungen entstehen, sind oftmals bereits irreparabel Schäden entstanden. Auch deswegen ist es wichtig, dass die Krankheit zukünftig bei Kindern nicht mehr von vorneherein ausgeschlossen wird. Hoffnung gab es zuletzt allerdings für Patienten mit Diabetes Typ 1. Durch eine Zelltransplantation ist es Ärzten gelungen eine Patientin zu heilen. In drei bis sieben Jahren wollen die Forscher dann soweit sein, die Therapie großflächig anzuwenden.


Via: The Guardian

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1 Kommentar

  1. Dennis

    30. Dezember 2015 at 18:59

    Die Bevölkerung muss hier stärker aufgeklärt werden. Trotz verbesserter Medizin steigen die Diabetes Typ 2 Zahlen immer mehr an.
    Dabei ist es so einfach sich wie im Artikel beschrieben vor den Hauptrisikofaktoren zu schützen.

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