Bäume wirken wie ein natürlicher CO2-Speicher. Großflächige Aufforstungsprogramme können daher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, die schon vorhandenen Wälder zu schützen. Dass dies gar nicht so einfach ist, zeigt sich aktuell in den Vereinigten Staaten. Dort haben viele Bäume nämlich nicht nur mit der großen Hitze, langen Trockenphasen und der Gefahr von Waldbränden zu kämpfen. Hinzu kommen auch noch aus anderen Weltregionen eingeschleppte Schädlinge, die den Baumbestand massiv reduzieren könnten. Eine kürzlich veröffentlichte Studie kam sogar zu dem Ergebnis, dass rund vierzig Prozent der US-Wälder von dieser Gefahr bedroht sind. Die Auswirkungen auf die CO2-Bilanz des Landes könnten verheerend sein.


Von Henrik Sachse - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0 de, Link
Von Henrik SachseSelbst fotografiert, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die US-Bäume haben mit rund 450 neuen Schädlingen zu kämpfen

So hat eine neue Studie ergeben: Alleine die fünfzehn schlimmsten invasiven Schädlinge lassen jedes Jahr so viele Bäume absterben, dass sechs Millionen Tonnen CO2 freigesetzt werden. Zur Einordnung: Dies entspricht in Sachen Klimaemissionen in etwa 4,6 Millionen neuen Autos auf den Straßen. Zukünftig könnte sich dieser Effekt sogar noch verstärken. Der Wald würde dann vom CO2-Speicher zu einer zusätzlichen CO2-Quelle. Insgesamt haben Forscher in den Vereinigten Staaten inzwischen 450 Arten von neu eingewanderten Schädlingen für Bäume entdeckt. Die meisten davon dürften durch den internationalen Handel und Tourismus ins Land gekommen sein. Grundsätzlich handelt es sich aber um kein reines US-Problem. Auch die Wälder in den meisten anderen Ländern der Welt sind von der Problematik betroffen.

Selbst mitten in Chicago trat das Problem schon auf

Die Wissenschaftler drängen daher auf strengere Kontrollen. Denn wenn die neuen Schädlinge sich einmal ausgebreitet haben, können sie nur noch schwer bekämpft werden. In den meisten Fällen bekommen die US-Bürger von den sterbenden Bäumen nicht viel mit. Es gibt aber auch Ausnahmen. So befiel der Asiatische Eschenprachtkäfer im vergangenen Jahr zahlreiche Bäume mitten in Chicago. Die Stadtverwaltung konnte den Befall nicht stoppen, sodass die meisten Eschen abgestorben sind – und zu Kunstobjekten wurden. Um dies zukünftig zu verhindern, ist es zudem von entscheidender Bedeutung, die Forschung in diesem Bereich weiter voranzutreiben. Denn viele der Krankheiten, von denen die Bäume neuerdings befallen werden, sind wissenschaftlich noch kaum erforscht worden. Dementsprechend schwierig ist es aktuell auch noch, wirksame Gegenmaßnahmen zu benennen.


Via: The Guardian

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