Schon seit vielen Jahren weisen Umweltschützer auf die Probleme hin, die mit der Verwendung von Palmöl verbunden sind. Denn der Rohstoff ist zwar günstig und vielseitig einsetzbar, sorgt in den Herstellungsländern aber für dauerhaften Schaden. Dies liegt an der simplen Tatsache, dass die Ölpalmen für ihr Wachstum das selbe Klima benötigen wie der Regenwald. In Indonesien und Malaysia wird daher in immer stärkerem Maße die natürliche Vegetation gerodet, um dort Palmöl produzieren zu können. Für das Klima ist dies eine Katastrophe. Denn die Regenwälder sind eine Art natürlicher CO2-Speicher, sodass bei der Brandrodung enorme Mengen des klimaschädlichen Gases freigesetzt werden. Die Umwelt- und Klimabilanz von Palmöl ist daher verheerend.


Palmöl wird oft als Bio-Komponente dem Diesel beigemischt

Tatsächlich ist es in den letzten acht Jahren gelungen, die Nutzung von Palmöl in der Nahrungsmittel- und Kosmetikbranche sowie in der Industrie in Europa signifikant zu reduzieren. Dennoch ist der Palmöl-Verbrauch auf dem Kontinent insgesamt gestiegen. Verantwortlich dafür ist eine EU-Vorschrift, die eigentlich dem Klimaschutz dienen soll. Denn die EU-Biokraftstoffquote schreibt vor, dass dem an den Tankstellen verkauften Diesel mindestens sieben Prozent Bioanteile zugemischt werden müssen. Regelmäßig wird dafür auch Palmöl genutzt – und zwar mit ansteigender Tendenz. Wurden auf diese Weise im Jahr 2010 noch rund eine halbe Millionen Tonnen des umstrittenen Rohstoffs verbrannt, lag dieser Wert vier Jahre später schon bei mehr als drei Millionen Tonnen. Inzwischen ist die Menge sogar noch weiter gestiegen.


Benzin ist von der Problematik nicht betroffen

Wenn man so möchte, wird also mit jeder Tankladung Diesel ein Teil des Regenwalds zerstört. Das Europäische Parlament hat inzwischen auch erkannt, dass die Biokraftstoffquote in diesem Punkt das Gegenteil der gewünschten Effekts erreicht und eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen. Noch konnte man sich mit der Europäischen Kommission aber nicht auf deren Umsetzung einigen. Benzin ist von dieser Problematik übrigens nicht betroffen. Zwar gibt es auch hier feste Vorgaben von 5 bzw. 10 Prozent, was die Beimischung von Bioanteilen angeht. Dafür wird aber Ethanol aus Mais oder Weizen genutzt. Auch das ist nicht unproblematisch, weil Lebensmittel eigentlich auf den Teller und nicht in den Tank gehören. Zumindest wird dadurch aber kein Regenwald unwiederbringlich zerstört.

Via: Treehugger

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1 Kommentar

  1. Thomas Schöller

    19. November 2018 at 09:32

    Wer hat jetzt daran Schuld? Der Diesel.Pkw oder die EU-Komission? Ich brauche für meinen Diesel kein Palmöl im Kraftstoff und habe danach auch nicht verlangt.

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