Oberhalb von 3.800 Metern endet in den Anden die Bewaldung und es beginnt ein einzigartiges Ökosystem. Die Einheimischen nennen es Páramo. Die dort wachsenden Moose und Gräser bilden die Grundlage für eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt. Außerdem saugt die Vegetation das Wasser auf und gibt es nach und nach durch zahlreiche Flüsse an die tiefer gelegenen Gebiete ab. Unter anderem basiert die Wasserversorgung der ecuadorianischen Hauptstadt Quito auf den Abflüssen des Hochmoores. Wissenschaftler haben zudem festgestellt, dass in den teilweise meterdicken Vegetationsschichten mehr CO2 gespeichert wird als im Regenwald des Amazonas. Trotz all dieser Vorteile droht das einzigartige Hochmoor allerdings verloren zu gehen. Schuld daran ist nur teilweise der Klimawandel. Einen deutlich größeren Einfluss hat der Mensch.


Bild: Friedrich Kircher (talk · contribs) [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)]

Rinderfarmen sind für die Moore eine große Gefahr

Denn dort oben wird auch tierische Landwirtschaft betrieben. Dies ist gleich aus mehrfacher Hinsicht problematisch. So zertrampeln die Tiere die einzigartige Vegetation. Ihre Ausscheidungen verschmutzen zudem das abfließende Wasser. Noch viel schlimmer aber: Einige Farmer zünden die Moore auch gezielt an. Denn anschließend wächst auf den abgebrannten Flächen Gras, das von den Tieren gefressen werden kann. Lange Zeit schaute die Politik diesem Treiben mehr oder weniger tatenlos zu. So wurde in Ecuador zwar schon in den 1990er Jahren ein Naturreservat etabliert. Weil das Land sich aber größtenteils weiterhin in Privatbesitz befand, blieb dies ohne große Auswirkungen. Die Farmer bewirtschafteten ihre Flächen einfach weiter wie zuvor. Erst in den letzten Jahren ging die ecuadorianische Regierung daher dazu über, selbst Flächen zu erwerben und zu schützen.

Die Regeneration dauert viel länger als die Zerstörung

Doch wie so oft gilt auch hier: Zerstören lassen sich solche Gebiete innerhalb weniger Jahre. Die Regeneration dauert hingegen deutlich länger. Diese Erfahrung machen aktuell auch die Wasserwerke von Quito, die im Jahr 2011 einen Teil des Páramo erwarben. Teilweise sind auf dem Gebiet jetzt nur noch kahle Felsen zu sehen, teilweise können die Pflanzen kein Wasser mehr aufnehmen. Durch den Bau von kleinen Dämmen, ist es aber zumindest gelungen, das weitere Austrocknen zu verhindern. Zusätzlich wollen Wissenschaftler nun genauer untersuchen, wie viel CO2 in den Hochmooren der Anden tatsächlich gespeichert wird. Dies geschieht nicht zuletzt, um auch das Interesse der internationalen Gemeinschaft zu wecken und so den Druck auf die lokalen Behörden zu erhöhen.


Via: DLF

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