Die dicke des schwimmenden Eises in der Antarktis zu bestimmen, ist keine einfache Aufgabe. Im Laufe der Zeit haben Wissenschaftler für diese Aufgabe verschiedene Techniken entwickelt. Doch weder das simple Bohren von Löchern, noch die Auswertung von Satellitenbildern aus dem Weltraum konnten flächendeckend Auskunft geben. Wissenschaftler aus den USA, Australien und Großbritannien planen daher nun mit Hilfe eines Unterwasserroboters eine dreidimensionale Karte des Eises erstellt.


Unterwasserroboter blickt nach oben

Der wie eine Mischung aus einem kleinen U-Boot und einer Drohne aussehende Roboter wird dabei von einem Schiff aus ins Wasser gelassen. Anders als viele ähnliche Unterseeroboter erkundet er allerdings nicht den Meeresboden, sondern wendet seine Kameras nach oben. Während er unter den Eisflächen hindurchtaucht, scannt er gleichsam deren Unterseite und schießt hochauflösende Bilder. Bisher kam der gut zwei Meter lange und 200 Kilogramm schwere Roboter dabei während zweier Missionen im Jahr 2010 und 2012 zum Einsatz und vermaß das Eis auf einer Fläche von circa 500.000 Quadratmetern.


Bilder aus dem Wasser und aus der Luft kommen zum Einsatz

Diese ersten Testvermessungen verliefen erfolgreich, so dass nun eine breit angelegte Vermessung des Eises geplant wird. Dabei kommt nicht nur der Unterwasserroboter zum Einsatz, sondern auch Bilder und Daten die per Flugzeug oder Satellit gewonnen wurden, sollen mit ausgewertet werden. Gemeinsam soll sich dann ein detailliertes Bild von Umfang und Dicke des Eises ergeben. Regelmäßige Wiederholungen dieser Messungen würden zudem Veränderungen offenlegen und erste Hinweise auf die Auswirkungen der globalen Erderwärmung geben.

Aber auch sonst erhoffen sich die Forscher viele neue Erkenntnisse durch die Bilder des Unterwasserroboters. So soll die Beschaffenheit und die Struktur des Eises näher unter die Lupe genommen werden. Zudem soll geklärt werden, ob und wie sich arktisches und antarktisches Eis unterscheiden und wie die jeweiligen Eisflächen entstanden sind.

Quelle: Digitaljournal

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