Autos sollen in Zukunft Informationen mit Verkehrsampeln austauschen. Einen entsprechenden Test hat Siemens gemeinsam mit Wissenschaftlern der örtlichen Universität in der britischen Stadt Newcastle gestartet. 20 Ampelanlagen an zwei Hauptstraßen erhielten Kommunikationseinheiten. Die Gegenstücke bauten die Siemens-Techniker in zwölf Wagen eines Krankenfahrdienstes und zwei in Elektroautos der Universität ein. Wenn die Autos die Teststrecke passieren sehen die Fahrer auf ihrem Smartphone oder Tablet, wie schnell sie fahren müssen, um bei Grün an der nächsten Ampel anzukommen. Umgekehrt melden die Testfahrzeuge, dass sie auf die Ampeln zurollen. Die Verkehrsleitzentrale prüft dann blitzschnell, ob sie die jeweilige Ampel auf Grün schalten kann, um einen Stopp zu vermeiden, der immer mit zusätzlichen Emissionen verbunden ist. Vor allem in verkehrsarmen Zeiten sorgt diese Funktion für flüssigen Verkehr.


Verkehrsampel zeigt gruenes Licht
Verkehrsampel zeigt gruenes Licht

Vorrang für Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen

Wenn ein Testfahrzeug dennoch anhalten muss wird die Dauer der Rotphase eingespeist. Bei längeren Pausen kann der Fahrer dann den Motor abstellen, sofern sein Auto nicht mit einer Start-Stopp-Automatik ausgestattet ist. Polizeiwagen, Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge erhalten von den Verkehrszentralen automatisch grünes Licht, sodass Unfälle mit unaufmerksamen Fahrern vermieden werden. Außerdem kommen die Fahrzeuge dann schneller ans Ziel. Die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Straßeninfrastruktur ist überdies die Voraussetzung für autonomes Fahren.

Der Test in Newcastle ist Teil des europäischen Projekts Compass4D, das außer in Newcastle in Bordeaux, Kopenhagen, Helmond/Niederlande, Thessaloniki/Griechenland, Verona und Vigo/Spanien durchgezogen wird. Dabei werden unterschiedliche intelligente Verkehrssysteme getestet.
Die Testfahrzeuge in Newcastle senden ihren Standort zehnmal pro Sekunde an die Kommunikationseinheiten in den Verkehrsampeln. Für den Datenaustausch entwickelten die Partner einen eigenen WLAN-Standard.


Dauer der Ampelphase auf dem Smartphone

Der Münchner Autohersteller BMW hat gemeinsam mit Connected Signals aus Eugene im US-Bundesstaat Oregon ein ähnliches System entwickelt, das allerdings weniger kann. Wer eine kostenlose App namens EnLighten auf sein Mobiltelefon lädt, erhält Informationen zur Dauer der Ampelphasen. In mehreren US-Städten, darunter Las Vegas, Portland, Eugene, Salt Lake City und im neuseeländischen Christchurch sind bereits Ampeln mit den entsprechenden Kommunikationseinheiten ausgerüstet.

Quelle: Siemens

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