Der Österreicher Kurt Krautgartner ist stolzer Besitzer eines Elektroautos und hat damit bereits eine umfangreiche Urlaubsreise absolviert. Bis nach Marokko verschlug es ihn – und im Anschluss schaffte er es auch noch zurück in seinen Heimatort Gschwandt. Ingesamt drei Wochen war er von zu Hause fort, auf der Hinreise musste er ganze 26 Mal aufladen.


2900 km lang war die Reise von Ladestation zu Ladestation – bis nach Marokko

»Südlich von Barcelona wird es schwierig«, gab er zu Protokoll

Krautgartners ausführliches Reisetagebuch bei LinkedIn liest sich ziemlich abenteuerlich, den Leser beschleicht das Gefühl, einer echte Pioniertat beizuwohnen. Die Gedanken schweifen hin zu der mutigen Bertha Benz, die mit der ersten automobilen Fernfahrt überhaupt in die Geschichte einging. Tanken musste die Ehefrau das Ingenieurs und Automobilpioniers Carl Benz damals noch in der Apotheke, zurückgelegt hat sie etwas mehr als 200 km. Der Österreicher musste mit seinem Stromer eine Strecke von 2.900 km bewältigen, bis er endlich in Marokko ankam. Ganz nebenbei machen sich die Ladestationen für E-Autos heutzutage sehr viel rarer als Apotheken, darum ist im Voraus ganz viel Planung angesagt.

Die Schweiz ist vergleichsweise gut erschlossen, erst im letzten Jahr erhielt die Panaromaroute »Grand Tour of Switzerland« auf ihren etwa 1.600 Kilometern immerhin 200 neue Ladestationen. Weiter südlich ging es mit der Stromversorgung steil bergab: »Südlich von Barcelona wird es schwierig«, gab Krautgartner zu Protokoll.


Einige Ladestationen wollten mit seinem Auto partout nicht kommunizieren

Sieben Tage dauerte die Hinreise, damit brach der ambitionierte E-Auto-Freak gewiss keinen Geschwindigkeitsrekord. Teslafahrer profitieren von dem gut ausgebauten Supercharger-Netz, das allerdings nur Wagen dieser Marke vorbehalten ist, und sind damit sehr viel schneller unterwegs. Krautgartner jedoch saß in einem Hyundai Ioniq mit einer durchschnittlichen Reichweite von 200 km und hangelte sich damit von Charger zu Charger. Eine Schnellladung dauerte bei ihm etwa 30 bis 40 Minuten, doch manchmal wollte die Ladestation partout nicht mit seinem Wagen kommunizieren und er musste auf eine reguläre Aufladung von mehreren Stunden zurückgreifen. Zum Glück gab es auf seiner Reise immer wieder herrliche Landschaften zu bewundern, die die erzwungenen längeren Pausen mit ihrer Schönheit bereicherten. Schließlich: Wann sonst, wenn nicht im Urlaub, hat man die Muße, sich stundenlang an der Natur zu erfreuen?

Quelle: badische-zeitung.de

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