Thailand ist aktuell kein demokratisches Land, sondern hat eine Regierung, die durch das Militär eingesetzt wurde. Dennoch können die Bürger des Landes offensichtlich Einfluss auf die Energiepolitik nehmen. Denn nach massiven Protesten wurde zunächst der Bau von drei neuen Kohlekraftwerken abgesagt. Und nun scheint auch ein riesiger Staudamm am Mekong vor dem Aus zu stehen. Dieser sollte in Laos gebaut werden, mehr als neunzig Prozent des Stroms waren aber für den Export nach Thailand vorgesehen. Die Anwohner des Fluss stehen solchen Megaprojekten immer kritisch gegenüber. Denn sie leben teilweise vom Fischfang und sind auf die Ablagerungen von Sedimenten angewiesen. Eingriffe in das Ökosystem des Flusses sind für sie daher immer heikel.


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Der Ausbau der Solarenergie entwickelt sich schneller als gedacht

Die für die Stromproduktion zuständige Behörde Egat hat daher nun zugesagt, das Projekt noch einmal zu überprüfen. Diese Entscheidung fiel den Verantwortlichen deutlich leichter, weil in anderen Bereichen eine extrem positive Entwicklung zu beobachten ist: Der Ausbau von Windkraft und Solarenergie schreitet deutlich schneller voran als geplant. So sollte der Anteil der Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2036 eigentlich auf ein Viertel erhöht werden. Bei der Sonnenenergie wurde die Hälfte des Ausbauziels allerdings bereits nach zwei Jahren erreicht. Die Behörden signalisierten der Regierung daher, dass in diesem Bereich durchaus eine stärkere Steigerung möglich ist. Neuerdings gilt daher ein Wert von vierzig Prozent bis zum Jahr 2036 als neue Zielmarke.

Die nächste Regierung muss final entscheiden

Dadurch verringert sich aber natürlich auch der Bedarf an Strom aus anderen Quellen. Diese Tatsache und die Proteste der lokalen Bevölkerung führten dann dazu, dass gleich mehrere umstrittene Kraftwerksprojekte zunächst abgesagt wurden. Ganz entschieden ist die Sache damit allerdings noch nicht. Denn zunächst wurden lediglich weitere Gutachten in Auftrag gegeben und eine Überprüfung angekündigt. Faktisch bedeutet dies: Die neue Regierung soll final über die Projekte entscheiden. Auch diese wird allerdings keine ganz neue Faktenlage als Entscheidungsgrundlage bekommen. Es sieht also ganz danach aus, als würde der Strommix in Thailand zukünftig deutlich klimafreundlicher ausfallen als noch vor wenigen Jahren geplant.


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