Generationen von jungen Männern mussten in Deutschland zum Wehrdienst antreten. Dabei dürften sie die Erfahrung gemacht haben, dass nicht perfekt sitzende Kleidung und Ausrüstung durchaus unangenehm sein kann. Die Stiefel beispielsweise wurden nicht extra an die Füße der Rekruten angepasst, sondern in den klassischen Standardgrößen ausgeteilt. Der erste längere Marsch war daher zumeist eine ziemliche Tortur. Die Wehrpflicht ist inzwischen abgeschafft, die grundlegende Problematik aber ist bestehen geblieben. Die US-Army hat darauf nun reagiert und 12.000 Soldaten zum 3D-Scan geschickt.


Neuentwicklungen können exakter auf die Soldaten zugeschnitten werden

Die dabei gewonnen Daten sollen dann genutzt werden, um neue Kleidung und Schutzausrüstung für die Soldaten zu entwickeln. Der Vorteil dabei: Die Produktentwickler müssen nicht mehr von theoretischen Durchschnittswerten ausgehen, sondern können sich ein realistisches Bild von den verschiedenen Körpergrößen und –maßen der Einsatzkräfte machen. Bevor die neuen Entwürfe schließlich in Druck gehen, können sie zudem virtuell an einer ganzen Reihe von 3D-Soldaten getestet werden.


Organisiert wurde die Vermessung von der New Yorker Firma Body Lab, die dafür im Rahmen eines zweijährigen Projekts rund 900.000 Dollar kassierte. Die Vision der Firma geht dabei noch weiter: Eines Tages sollen neue Rekruten direkt bei der Aufnahme in die Army gescannt und anschließend mit der passenden Ausrüstung ausgestattet werden. Soweit allerdings gehen die Pläne der US-Armee momentan noch nicht. Vielmehr sollen die aus den Scans gewonnen Erkenntnisse nun zunächst in die Entwicklung neuer Schutzausrüstung einfließen.

Schutzausrüstung speziell für Soldatinnen

Besonders dürften davon weibliche Soldaten profitieren. Bisher nämlich erhielten diese die gleiche Schutzausrüstung wie ihre männlichen Kollegen. Diese allerdings wurde ursprünglich für männliche Soldaten und deren Körper entworfen. In der Praxis sind weibliche Soldaten dadurch zwar nicht schlechter geschützt, der Tragekomfort kann allerdings deutlich eingeschränkt sein. Dies soll sich in Zukunft – mit Hilfe der 3D-Scans – ändern.

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