Grundsätzlich sind Schimpansen in den Vereinigten Staaten schon länger als gefährdete Spezies klassifiziert. Bisher galt dieser Schutz allerdings nur für Artgenossen, die in freier Wildbahn lebten. Für gefangene Schimpansen hingegen gab es ein Schlupfloch, das weiterhin Forschung an ihnen erlaubte. Dieses wurde nun allerdings explizit geschlossen. Der „US Fish and Wildlife Service“ stuft von nun an auch gefangene Schimpansen als gefährdet ein. Damit ist es verboten, den Tieren „Leid zuzufügen, sie zu drangsalieren, zu verletzen oder zu töten“. Die allermeisten Tierversuche an Schimpansen sind damit zukünftig untersagt – auch wenn die Tiere in den Forschungseinrichtungen gefangen gehalten werden.


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Tierschützer begrüßen die Entscheidung

Auch der Handel mit dem Blut, der Haut oder Zelllinien der Affen wird eingeschränkt. Dieser ist überregional zukünftig nur noch mit einer Genehmigung möglich. Tierschützer zeigten sich erfreut über die Maßnahme der Behörde: „Die Entscheidung des Fish and Wildlife Service setzt eine Dynamik fort – und bedeutet eine weitere Barriere gegenüber unnötiger und unproduktiver Forschung, die angeblich dem Menschen nützen soll“, erklärte Theodora Capaldo, Präsidentin der „New England Anti-Vivisection Society“. Wissenschaftler hingegen reagierten eher zurückhaltend. So wies die „National Association for Biomedical Research“ darauf hin, dass Menschen und Schimpansen oftmals an denselben Krankheitserregern litten – und deshalb auch beide Spezies von den Forschungsergebnissen profitieren würden.


Auch Gerichte beschäftigen sich mit gefangenen Schimpansen

Allerdings wurden Schimpansen bereits in der Vergangenheit immer seltener zu Tierversuchen eingesetzt. Bereits 2013 versetzte beispielsweise das „US National Institutes of Health“ 200 seiner Forschungsaffen in den Ruhestand. Vor einem New Yorker Gericht wird zudem gerade über die Frage verhandelt, ob es sich bei Schimpansen nicht in Wahrheit um Persönlichkeiten handelt, die unrechtmäßig gefangen gehalten werden. Dass Schimpansen durchaus über gewisse kognitive Fähigkeiten verfügen, die dem Menschen ähneln, hat zudem zuletzt eine Studie gezeigt, die nachwies, dass Schimpansen grundsätzlich die Fähigkeit besitzen, ihr Essen zu kochen.

Via: Nature.com

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