Der US-Bundesstaat Maryland musste im letzten Jahr ein massives Bienensterben beobachten. Mehr als sechzig Prozent der Bienenstöcke – mit jeweils bis zu 20.000 Bienen – verstarben. Der Grund dafür ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Zahlreiche Indizien deuten aber auf einen Zusammenhang mit dem Einsatz sogenannter Neonicotinoide – also synthetischer und hochwirksamer Insektizide – hin. Diese können bisher auch von Privatpersonen ganz einfach im Gartenhandel gekauft werden. In Maryland soll sich dies ab dem Jahr 2018 allerdings ändern: Ab dann ist der freie Verkauf entsprechender Pflanzenschutzmittel untersagt. Eine Lücke bleibt allerdings: Farmer dürfen die Insektizide auch weiterhin einsetzen – müssen bei der Ausbreitung aber bestimmte Vorgaben beachten.


Eine Honigbiene entfernt sich von einer Blüte
Die Zahl der Honigbienen ist im US-Bundesstaat Maryland stark rückläufig. Bild: Devcore/Wikimedia Commons

Die Untersuchung des U.S. Department of Agriculture dauert noch an

Das Bienensterben in Maryland ist dabei kein Einzelfall. Vor kurzem kam beispielsweise eine Studie zu dem Ergebnis, dass rund vierzig Prozent der Blütenbestäuber vom Aussterben bedroht sind. Auch hier wurde ein Zusammenhang mit dem massenhaften Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel vermutet. Das U.S. Department of Agriculture hat daher auch bereits eine wissenschaftliche Überprüfung in Gang gesetzt, an deren Ende theoretisch ein landesweites Verbot stehen könnte. Mit ersten Ergebnissen ist aber nicht vor dem Jahr 2018 zu rechnen. Der Gesetzgeber in Maryland wollte so lange nicht warten. Beide Kammern haben daher die Gesetzesinitiative angenommen, so dass aktuell nur noch die Unterschrift von Gouverneur Larry Hogan fehlt, um das Gesetz in Kraft zu setzen.

Bienen sind für ein funktionierendes Öko-System von entscheidender Bedeutung

Der Alleingang von Maryland könnte dabei auch für die Wissenschaft durchaus von Interesse sein. Denn so ließen sich die Auswirkungen eines Teilverbotes direkt in der Praxis beobachten. Der Schutz der Bienen ist dabei für das Ökosystem von besonderer Bedeutung, weil sie nicht nur Honig produzieren, sondern auch für die Bestäubung der Pflanzen sorgen. „Wenn wir die Bienen und andere Bestäuber verlieren, ist rund ein Drittel unserer Lebensmittelproduktion in Gefahr“, erklärt die Abgeordnete Anne Healey. Sie hofft daher, dass die Regelung in Maryland einen Standard etabliert, dem andere Bundesstaaten früher oder später folgen werden.


Via: Treehugger

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