Schwere Waldbrände in Kalifornien. Drohnen, die die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) entwickelt, die Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums, sollen künftig die Feuer beobachten und melden, in welche Richtung sie sich ausbreiten. Darauf basierend könnten Menschen, die in Gefahr zu geraten drohen, rechtzeitig gewarnt oder gar evakuiert werden.


Waldbrände haben oft eine lange Lebensdauer. Sie beträgt ein Vielfaches dessen, was Akkus von Drohnen schaffen. Mit heutiger Technik müsste die Beobachtungsmission stündlich oder alle zwei Stunden unterbrochen werden. Hier setzt die Darpa an. Die Akkus von deren  Drohnen lassen sich aufladen, ohne dass die Fluggeräte landen müssen. Am Bauch sind sie mit Hochleistungs-Solarzellen beklebt. Wenn die Akkus schwächeln schießt ein Laser Licht auf sie. Sie erzeugen Strom, der die Batterien wieder auflädt. Der Laser folgt präzise den Bewegungen der Drohne. Es ist gewissermaßen eine Boden-Luft-„Betankung“.

Bild: Silent Falcon

Solarzellen am Bauch liefern Strom

Die Drohne ist eine „Silent Falcon“, eigentlich ein unbemanntes Flugobjekt, das von Haus aus mit Dünnschicht-Solarzellen und einer Lithium-Polymer-Batterie ausgestattet ist. Entwickelt wurde sie von dem zivilen Unternehmen Silent Falcon AUS Technologies aus Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico. Die Darpa verpasst ihr zusätzliche Solarzellen im Bauchbereich. „Wir glauben, dieses Projekt wird zeigen, dass Drohnen und andere unbemannte Fluggeräte, die ihre Energie aus Batterien beziehen, aus der Ferne mit Strom versorgt werden können, damit sie ihre Mission zu Ende bringen können, auch wenn es sehr lange dauert“, sagt Darpa-Manager Joseph A. Abate.


Die Beobachtung etwa von Kampfstätten ist das vordringliche Einsatzgebiet der Drohne. Sie können jedoch auch zivile Aufgaben übernehmen. Außer bei der Überwachung von Waldbränden, die den Feuerwehrmännern am Boden wichtige Hinweise zur Bekämpfung der Brände gibt, könnten sie auch bei Katastrophen auf hoher See oder an Land eingesetzt werden. Möglicherweise wäre der Sänger Daniel Kübelböck, der bei einer Kreuzfahrt über Bord ging, mit Hilfe der Drohnen gefunden worden.

Die Darpa will die Laser-Ladetechnik zunächst auf dem Boden testen. 2020 will sie es dann mit fliegenden Drohnen versuchen.

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