Das so genannte Fracking ist eine der umstrittensten Methoden der Energiegewinnung. Verbraucher und Unternehmen freuen sich über – durch den Fracking-Boom verursachte – günstige Energiepreise. Gleichzeitig bekämpfen Umweltschützer und Anwohner die neue Technologie vehement. Um zwischen diesen beiden Polen nicht zerrieben zu werden, halten sich die meisten US-Politiker bei diesem Thema eher bedeckt. Nachdem vor einigen Wochen der Bundesstaat New York ein Fracking-Verbot aussprach, meldete sich nun die US-Innenministerin Sally Jewell zu Wort und kritisierte solche lokalen Verbote.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Verbote führten bislang in der Regel zu juristischem Tauziehen

„Ich würde sagen, dass dies der falsche Weg ist. Ich denke einfach, dass es für die Unternehmen extrem schwer wird, alle Regeln zu kennen, wenn die Regelungen in jedem Landkreis unterschiedlich sind“, so die Politikerin gegenüber dem kalifornischen Fernsehsender KQED. Es gebe eine Vielzahl an Fehlinformationen über Fracking und dies führe zu Ängsten in der Bevölkerung. „Ich denke, wir brauchen einfach mehr wissenschaftliche Studien“, so Jewell. Staatliche Behörden – etwa das „U.S. Geological Survey“ und ähnliche Einrichtungen – sollten das Thema eingehend erforschen und Regelungen empfehlen.

Allerdings sind wissenschaftliche Studien zum Fracking keineswegs Mangelware. Zuletzt berief sich Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, auf Untersuchungen seiner Gesundheitsbehörde und begründete nicht zuletzt damit das Fracking-Verbot in seinem Bundesstaat. Den zitierten Studien werden allerdings methodische Mängel vorgeworfen. Letztlich werden wohl Richter darüber entscheiden, ob der New Yorker Fracking-Bann Bestand haben wird. Ähnlich sieht es in fast allen Landkreisen aus, die lokale Verbote erlassen haben. Immer kam es anschließend zu juristischen Auseinandersetzungen – in denen beide Seiten jeweils eigene Untersuchungen präsentierten.


Unternehmen in der Pflicht

Die US-Innenministerin sieht aber auch die Fracking-Unternehmen in der Pflicht: „Ich habe deutlich gemacht, dass es nicht meine Aufgabe ist die Methoden der Industrie zu verteidigen. Es ist Aufgabe der Konzerne sicherzustellen, dass ihre Methoden sicher sind und dies dann auch gegenüber der Öffentlichkeit entsprechend zu kommunizieren“, erklärte die Politikerin.

Quelle: blogs.kqed.org

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