Der Ölpreis ist aktuell so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Vereinigten Staaten die eigene Ölproduktion in den letzten Jahren massiv steigern konnten. Den größten Beitrag leistete dazu das sogenannte Fracking – also das herausbrechen von Öl und Gas aus unterirdischen Gesteinsschichten. Noch im vergangenen Jahr plante US-Präsident Obama zudem, Ölbohrungen vor der Atlantikküste Nordamerikas zu genehmigen und so die Ölförderung des Landes auf noch breitere Beine zu stellen. Doch nach massiven Protesten von Umweltorganisationen und Einwohnern folgte nun die Kehrtwende: Zumindest für die nächsten fünf Jahre sind Bohrungen vor der Atlantikküste untersagt.


Foto: von Andyminicooper (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
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Die US Navy und die lokale Bevölkerung haben sich gegen die Ölförderung ausgesprochen

Zu der Entscheidung beigetragen haben dürfte zudem eine Warnung der US Navy, die in den großen Bohrinseln einen Störfaktor bei der Küstensicherung sah. Verkündet wurde der Ölbohrbann letztlich von Innenministerin Sally Jewell. Diese sagte auf einer Pressekonferenz: „Wir haben aus vielen Ecken gehört, dass aktuell nicht die richtige Zeit ist, um Flächen vor der Atlantikküste für Öl- und Gasbohrungen zu verpachten. Wenn man die drohenden Konflikte mit der nationalen Sicherheit, den ökonomischen Aktivitäten wie Fischereien und Tourismus und den Widerstand der lokalen Bevölkerung mit einbezieht, macht es schlicht keinen Sinn in den nächsten fünf Jahren Flächen zur Verpachtung freizugeben“, so die Ministerin.

Umweltschützer warnten vor einer Ölkatastrophe und den Folgen für das Klima

Umweltschutzgruppen hatten dabei aus zwei Gründen gegen die Pläne protestiert: Erstens fürchteten sie einen Zwischenfall wie auf der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko – bei der das Ölleck mehrere Wochen nicht gestoppt werden konnte. Außerdem erinnerten sie den US-Präsidenten an seine Verpflichtungen, die er auf dem Weltklimagipfel in Paris eingegangen war. Vor diesem Hintergrund hielten sie die Ausweitung der Ölförderung für ein fatales Signal. Dieser Argumentation scheint sich Obama nun angeschlossen zu haben. Ob der im November neu zu wählende Präsident diese Linie allerdings beibehält, bleibt abzuwarten. Zumindest die Kandidaten der Demokraten, Bernie Sanders und Hillary Clinton, haben sich aber bereits als Gegner der Ölförderung vor der Atlantikküste positioniert.


Via: Business Green

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