Die Crispr-Genschere gehört zu den bedeutendsten Erfindungen der letzten Jahre und besitzt theoretisch ein enormes Potential: Sie kann Gene komplett ausschalten oder leicht modifizieren – und arbeitet dabei kostengünstig und extrem akkurat. Bisher wurde ihr Einsatz aber nur bei Tieren und an Zellen außerhalb des menschlichen Körpers getestet. Nun haben die US-Behörden aber eine erste Studie genehmigt, bei der Zellen, die mit der Genschere bearbeitet wurden, zur Behandlung von Menschen genutzt werden. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie der menschliche Körper auf die modifizierten Zellen reagiert – ob beispielsweise eine heftige Abwehr des Immunsystems einsetzt oder sich Mutationen wie Krebszellen bilden.


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T-Zellen des Immunsystems werden gezielt modifiziert

Konkret kommt die Crispr-Schere bei achtzehn Patienten zum Einsatz, die auf eine konventionelle Krebsbehandlung nicht mehr reagieren. Diesen werden T-Zellen entnommen, die ein wichtiger Teil der menschlichen Immunabwehr sind. Die Genschere kommt dann gleich dreimal zum Einsatz: Zunächst wird ein Protein hinzugefügt, das die T-Zellen in die Lage versetzt, Krebszellen zu erkennen und diese zu attackieren. Damit dies möglich ist, muss dann in einem zweiten Schritt ein weiteres Protein gezielt ausgeschaltet werden. Im letzten Schritt wird dann ein Gen eliminiert, das die T-Zellen als Teil der Immunabwehr ausweist. Dies ist notwendig, weil dieses Gen auch von den Krebszellen erkannt wird.


Drei amerikanische Universitäten sind an der Studie beteiligt

Anschließend werden die T-Zellen wieder in das Körpersystem der Probanden eingesetzt. Im Idealfall attackieren und zerstören sie dann die dort vorhandenen Krebszellen. Finanziert wird die Studie durch das „Parker Institute for Cancer Immunotherapy“. Dieses wurde gegründet von Sean Parker, der einst Napster gründete und auch bei Facebook als Berater aktiv ist. Die Bearbeitung der Zellen erfolgt an der University of Pennsylvania. Weitere Probanden kommen zudem von der University of San Francisco und der University of Houston. Bevor die ersten Zellen allerdings tatsächlich bearbeitet werden können, stehen noch die Genehmigungen der Ethikkommissionen der Universitäten aus. Das „US National Institute of Health“ hatte ethische Fragen allerdings ebenfalls geprüft und keine größeren Einwände gehabt.

Via: Washington Post

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