Obwohl Russland aufgrund westlicher Sanktionen einer Rezession entgegen steuert, hegt das Land kühne Raumfahrtpläne. Russland denkt dabei über den Bau einer eigenen Weltraumstation nach.


ISS - Neues Video der Internationalen Raumsation
ISS – Blick auf die Erde

Medienberichten zufolge soll Russland nach einem Streit mit den USA über den Weiterbetrieb der Internationalen Raumstation ISS nun über einen eigenen Außenposten im All nachdenken. Oleg Ostapenko, der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, gab heute der Nachrichtenagentur Ria gegenüber bekannt, dass eine eigene Weltraumstation auch für andere russische Weltraum-Missionen von zentraler Bedeutung wäre.

Wie eine neue Raumstation finanziert werden soll, verriet Ostapenko allerdings nicht. Russland befindet sich unter anderem aufgrund der Ukraine-Krise am Rande einer Rezession, die zuletzt den empfindlichen Sanktionen des Westen geschuldet ist. Spezial-Hardware für den Einsatz im Weltall bezog Russland bisher aus Westeuropa und den USA. Die Lieferungen wurden jedoch nun auf Eis gelegt. Um den Import-Engpässen entgegenzuwirken, soll eine eigene Mikroelektronik-Produktion für die Raumfahrtbranche realisiert werden. Nun ist auch noch eine eigene Weltraumstation geplant.


Als Grund für den Konflikt mit den USA werden Unstimmigkeiten bezugnehmend auf Regelungen über den Betrieb der ISS genannt. Zuletzt erklärte Russland sich nicht länger als bis 2020 an dem Projekt der Internationalen Raumstation beteiligen zu wollen. Die USA hingegen strebt einen Betrieb bis mindestens 2024 an. Insgesamt sind 15 Länder weltweit involviert. Die Differenzen zwischen Russland und den USA zeigen wie sich die angespannte Situation aufgrund der Ukraine-Krise und auch auf die Raumfahrt-Kooperationen erstreckt.

Im Jahr 2001 musste Russland die in die Jahre gekommene Raumstation Mir verschrotten lassen. Schließlich sorgten Budgetstreichungen für finanzielle Engpässe, so dass Russland sich ein wenig aus dem Raumfahrtgeschehen zurück ziehen musste. Der russische Präsident Wladimir Putin möchte die einst schillernden Raumfahrt-Zeiten jedoch wieder aufpolieren und neue Mittel bereit stellen. Schließlich wird unter anderem ein neuer Weltraumbahnhof (Wostotschnij) gebaut um sich mehr Unabhängigkeit vom Standort Baikonur zu verschaffen, der in Kasachstan liegt. Der Zeitplan konnte jedoch bisher noch nicht eingehalten werden. Desweiteren hat Russland jüngst auch ein neues Programm zur Erforschung des Monds gestartet.

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