Das Herbizid Roundup von Monsanto kommt kaum mehr aus den Schlagzeilen heraus. Kurz, nachdem nun in Brasilien jegliche Verwendung des Inhaltsstoffes Glyphosat untersagt wurde, fiel in den USA ein Richterspruch, der es in sich hat: Ein an Lymphdrüsenkrebs erkrankter ehemaliger Hausmeister soll 285 Millionen Dollar Schmerzensgeld erhalten. Bricht das dem Pestizidhersteller das Genick?


Wie viele Millionen Euro wird Monsanto noch zahlen müssen? 5000 Klagen sind noch offen!

In den USA stehen noch weitere 5000 Kläger Schlange

Sicher, die Summe klingt erst einmal gewaltig, doch der Mega-Konzern dürfte sie trotzdem ziemlich leicht verschmerzen. Allerdings stehen in den USA noch weitere 5000 krebskranke Kläger Schlange, um sich ebenfalls eine gewisse finanzielle Kompensation für ihre Leiden abzuholen. Sollten noch mehr Verfahren mit neunstelligen Schmerzensgeldzahlungen enden, könnte dies Monsanto allmählich ins Schlingern bringen.

IARC: Glyphosat ist »wahrscheinlich bei Menschen krebserregend«

Der besagte Hausmeister mit Namen Dewayne Johnson spritzte jahrelang ganz unbedarft Schulgärten mit Roundup, um massenweise Unkraut zu vernichten. 2014 folgte dann die Schockdiagnose: Krebs! Er zog vor Gericht – und die Geschworenen stellten fest, dass sich aus ihrer Sicht Monsanto der »Heimtücke« schuldig gemacht hat, weil das Unternehmen keinerlei Warnungen über die möglichen Folgen herausgegeben hat. Monsanto selbst bestreitet allerdings noch immer, dass Glyphosat Krebs auslösen kann, Experten in aller Welt diskutieren aktuell noch über diesen Fakt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich allerdings bereits entschieden, ihre Unterorganisation IARC gab schon vor drei Jahren bekannt, das Mittel sei »wahrscheinlich bei Menschen krebserregend«.


Bei uns in Europa ist diese Botschaft noch nicht ganz angekommen: Im letzten Jahr stimmten 18 EU-Länder für eine weitere fünfjährige Zulassung des Herbizids – und nur 10 dagegen. Entsprechend wird Glyphosat hierzulande noch immer in großen Mengen genutzt. Sogar der deutsche Ex-Agrarminister Christian Schmidt (CSU) gab seine Stimme pro Glyphosat ab – und steckte dafür ganz viel Kritik ein! Vielleicht machen die privaten Klagen in den USA jetzt Schule und springen sogar noch auf andere Länder über, bis das Mittel endlich aus dem Handel zurückgezogen und intensiv überprüft wird.

Quelle: n-tv.de

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