Vernetzte Fahrzeuge sind ein interessantes Thema, das nicht nur in der Zukunft angesiedelt ist, sondern schon jetzt gehörig Fahrt aufnimmt. Wir haben uns letzte Woche das Ganze einmal für die Logistikbranche angeschaut und den Connectivity Campus von Daimler Lkw in Düsseldorf besucht. Ähnlich könnte auch die Vernetzung und Kommunikation von Autos aussehen. In Kalifornien startet dazu passend jetzt ein Pilotprojekt. Miteinander kommunizierende smarte Autos sollen den Verkehr in Zukunft sicherer machen. Die dafür eingesetzte Technologie könnte aber auch autonom fahrenden Autos durchaus einen Mehrwert bringen.


Mehr Kommunikation für mehr Sicherheit

Sollte sich das System durchsetzen, könnte es in den USA schon in den nächsten Jahren für Neuwagen sogar verpflichtend werden. Ähnlich wird ja bereits mit dem fest integrierten Notruf-Button (eCall) verfahren, der ab 2018 in Deutschland Pflicht wird. Hier haben wir bereits dem OnStar-System von Opel auf den Zahn gefühlt.


Das nun in Kalifornien getestete „Car-to-car-System“ ist zunächst recht einfach erklärt. Jedes Fahrzeug avanciert dabei als Sender und Empfänger von Daten und bewegt sich in einer eigenen „Funkblase“, die einige hundert Meter misst. Innerhalb dieser Datenblase können unter anderem die Geschwindigkeit, die Fahrtrichtung, etwaige Hindernisse, Staus und Co aufgezeichnet und an andere Fahrzeuge weitergeleitet werden. Autos, die sich in der Nähe befinden, wissen dann auch über Gegebenheiten Bescheid, die aufgrund von Bebauungen, Häuser und Co noch gar nicht sichtbar sind. Das dürfte auch autonome Autos in Zukunft noch sicherer machen, da dieses sich frühzeitig auf Änderungen einstellen können.

Dank leistungsfähiger Rechner und einem guten System, können schließlich Daten von hunderten Autos eingefangen und ausgewertet werden. Datenschützer dürfte das nicht so schmecken. Rein vom technischen Aspket her und den sich dadurch ergebenden Vorteilen und Möglichkeiten ist das Ganze jedoch ziemlich genial. Die Untersuchungen führt Nissan zusammen mit der Universität Berkeley und dem Startup Savari durch. V2X wurde das Pilotprojekt getauft. Die teilnehmenden Fahrzeuge kommunizieren dabei nicht nur untereinander, sondern auch mit externen Sensoren, die unter anderem am Straßenrand angebracht sind. Bisher erstreckt sich das Testgelände über zwölf Quadratkilometer und verfügt über drei Kreuzungen und sämtliche Geräte. Interessant sind dabei auch Sensoren an Ampeln, die den Fahrzeugen den aktuellen Stand verraten und einen Einblick in die aktuelle Verkehrslage vermitteln.

LTE oder 5G als Funkfrequenz für intelligente Fahrzeuge

Immer wieder beeindruckend ist, dass sich Systeme wie die Daimler-Technologie aber auch V2X schon jahrelang in der Entwicklung befinden, bis diese dann die Öffentlichkeit durchdringen. Schon mehr als zehn Jahre wird an V2X programmiert. Ebenfalls nett ist, dass die US-Verkehrsbehörde schon 1999 eine Frequenz für intelligente Transportsysteme reserviert hat. Eine Steigerung der Erfolgschancen im Hinblick auf die kommerzielle Nutzbarkeit dürften allerdings LTE oder der 5G Standard herbeiführen. Auf 5G einigte sich auch die Logistikbranche, die in Zukunft vernetze Lkws auf die Straße schicken möchte.

V2X im Video erklärt

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Zunächst dürften menschliche Fahrer von dem V2X-System profitieren und frühzeitig über Baustellen und Co informiert werden. Ebenfalls praktisch ist auch ein Bremsassistent, der mit den Daten der vorausfahrenden Fahrzeuge eine sofortige Vollbremsung einleitet, sofern es kritisch wird. Derartige Systeme reagieren zehnmal schneller als der Mensch. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h verkürzt sich der Reaktionsweg schon allein von 30-35 Meter (menschliche Schrecksekunde) auf 3,5 Meter.

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