2016 wird ein NASA-Wettbewerb namens New Frontier stattfinden, der die innovativsten Ideen rund um den Bereich Raumfahrt hervorbringen soll. Angedachten Projekte sind beispielsweise ein Raumschiff zum Sammeln von Proben von Asteroiden, eine Saturn-Drohne und eine Drohne zum Sammeln von Proben der Mond-Pole. Ein spezielles Projekt aus dem Wettbewerb wird aber jetzt schon heiß diskutiert: Northrop Grumman möchte ein Raum-Luftschiff bauen, das in der Atmosphäre der Venus abgesetzt und dort forschen soll.


VAMP Venus

Luftschiff in sicherer Höhe

Ambitionierte Pläne zur Erforschung der Venus gibt es schon länger. So entwickelt die NASA beispielsweise ein Konzept, um mithilfe einer Wolkenstadt über den giftigen Schwefelwolken der Venus den Planeten zu erforschen. Das Projekt von Northrop Grumman denkt eine Stufe kleiner. Das Unternehmen, das eigentlich vorwiegend in der Rüstungsindustrie tätig ist, möchte ein Luftschiff einsetzen, um die Venus zu erforschen. Das Projekt wurde auf den Namen Venus Atmospheric Maneuverable Platform (VAMP) getauft und soll von einem Gas rund 50–70 Kilometer über der Oberfläche der Venus schweben. Für den Vortrieb soll ein Propellersystem sorgen.

Die Bedingungen auf der Venus sind eher forschungsfeindlich. Zwar weist der Planet etwa die Größe und Masse der Erde auf, aber die Atmosphäre besteht größtenteils aus Kohlenstoffdioxid und Schwefelsäure. Die Temperatur auf der Oberfläche des Planeten beträgt etwa 465°C, der Druck entspricht etwa dem 90-fachen des Drucks der Erdatmosphäre. “Surviving on the surface for any longer than four hours and getting high-resolution data is a challenge”, so Constantine Tsang, der als Forschungsassistent beim Southwest Research Institute arbeitet.


Die Bedingungen in der äußeren Atmosphäre der Venus, über den Schwefelwolken, sind wiederum relativ gastfreundlich. Hier entspricht der Druck dem der Erdatmosphäre auf Bodenniveau, und die Temperatur beträgt etwa 15°C. Aus diesem Grund ist die äußere Atmosphäre der Venus gut für jegliche Forschungsvorhaben geeignet. “Not a whole lot different than flying on Earth. If you wanna just sprinkle sulfuric acid all over yourself, that would be more like what you have on Venus”, so Ron Polidan, der bei Northrop für zivile Systeme zuständig ist.

Sonnenlicht und Radioaktivität als Energiequelle

Es gab bereits atmosphärische Drohnen auf der Venus. 2014 endete eine 8-jährige Mission namens Venus Express mit dem Verlust der Drohne auf der Venus. Dieser ging schlicht der Treibstoff aus.

VAMP versucht ein derartiges Szenario durch ein solarbetriebenes Antriebssystem zu vermeiden. Nachts würden die Batterien durch einen Advanced Stirling Radioisotope Generator unterstützt werden, der durch radioaktiven Zerfall entstehende Hitze in Elektrizität umwandelt.

Doch auch im Fall von VAMP wird es einen limitierenden Faktor geben: Das Gas in den Kammern des Luftschiffs. Tatsächlich würde VAMP nach etwa einem Jahr durch den Druckverlust beginnen, langsam in die Atmosphäre der Venus abzusinken.

Das Luftschiff wird etwa 20 kg Sensor-Equipment mit sich führen können, mit dem die Geheimnisse der Venus aufgedeckt werden sollen. Zuerst aber bleibt abzuwarten, ob sich das Projekt innerhalb des New-Frontire-Wettbewerbs durchsetzen kann.

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