Fleischersatzprodukte haben in den letzten Monaten noch einmal einen massiven Hype erlebt. Dazu beigetragen hat auch der fulminante Börsengang der Firma Beyond Meat in New York. Zahlreiche Forscher weltweit arbeiten zudem bereits am nächsten Schritt in dieser Entwicklung. Sie wollen Fleisch im Labor züchten und so die Nutztierhaltung in diesem Punkt überflüssig machen. In Israel wurde auf diese Weise sogar bereits ein Steak produziert – allerdings noch zu immensen Kosten. In Berlin wiederum hat sich das Startup Legendairy Foods gegründet. Wie der Name bereits andeutet, setzen die Gründer dort auf Milchprodukte. Ihr erstes Ziel: Ein Mozzarella, der vollständig im Labor hergestellt wurde.


Die zuständigen Gene werden auf Hefezellen nachgebaut

Entwickelt wurde das Verfahren in Zusammenarbeit mit der Universität Graz. In einem ersten Schritt wurden dafür die Gene identifiziert, die bei Kühen für die Produktion von Casein und Molkenprotein sorgen. Diese bauten die Forscher dann auf Hefezellen nach, was zur Folge hat, dass beim Wachstum der Zellen auch die gewünschten Proteine produziert werden. Anschließend müssen die Eiweiße noch von der Hefe getrennt und mit Kohlenhydraten und pflanzlichen Fetten vermischt werden. Letztlich entsteht aus der so produzierten Masse dann echter Käse. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis steht die Umsetzung allerdings noch ganz am Anfang. So konnte Legendairy Food zwar schon etwas Proteinpulver im Labor gewinnen. Die Menge ist für die industrielle Nutzung aber noch viel zu gering.


Die Entwicklungsarbeit ist teuer und aufwändig

Die Macher hinter dem Startup gehen daher davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis der Labor-Käse tatsächlich in den Supermarkt-Regalen zu finden sein wird. So soll im nächsten Jahr zunächst ein Prototyp Mozzarella produziert werden. Anschließend werden zwei weitere Jahre bis zur endgültigen Marktreife veranschlagt. Das für die Entwicklung benötigte Geld soll bei Investoren eingesammelt werden. Aktuell hält der Frühphaseninvestor Atlantic Food Labs siebzig Prozent der Anteile. Gründer Raffael Wohlgensinger geht aber davon aus, dass zukünftig noch mindestens ein zweistelliger Millionenbetrag benötigt wird. Er dürfte also hoffen, dass der Hype um vegane Ersatzprodukte noch einige Zeit anhält.

Via: Legendairy Foods

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2 Kommentare

  1. Reimund Gretz

    24. Juni 2019 at 14:10

    Das darf essen wer will. Diese Laborlebensmittel lehne ich ab.

  2. Olaf Barheine

    24. Juni 2019 at 14:28

    Klingt irgendwie nach Analogkäse – also nicht sehr appetitlich.

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