Wie wir bereits berichtet haben, fiel in Österreich vor ein paar Tagen die Entscheidung für ein vollständiges Glyphosat-Verbot. Die Übergangsregierung unseres südlichen Nachbarlandes setzte diesen Schritt durch und machte damit Österreich zu dem ersten EU-Staat, der dem umstrittenen Herbizid ein Ende bereitet. Auch in Deutschland geht die Skepsis gegen das bekannte Monsanto-Produkt um.


Von Frank Vincentz – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

In den USA scheinen die Richter von Gefahr überzeugt

Glyphosat steht im Verdacht Krebs zu erregen, was Monsanto respektive der Bayer-Konzern vehement bestreitet. Zahlreiche Studien untermauern die Stellung des Chemie-Riesen, doch kommen in der Öffentlichkeit immer wieder Zweifel auf. Aufsehenerregende Gerichtsurteile aus den USA sprechen an Krebs erkrankten Klägern regelmäßige gewaltige Schadensersatzsummen zu: Dort scheinen die Richter von der Schädlichkeit des Herbizids überzeugt. Und wer einen Blick auf die mit diesem Mittel behandelten Äcker wirft, den packen allzu oft Zweifel, ob nicht doch Gesundheitsgefahren von einem Mittel ausgehen, dass alles Grün komplett vernichtet, mit Ausnahme dieser einen Pflanze, die vom Landwirt angebaut wurde. Offensichtlich haben sich diese Zweifel auch teilweise bis in die politischen Ebenen verbreitet: In Frankreich ist die Diskussion um Glyphosat beispielsweise ebenfalls voll im Gange, eine Entscheidung wird zeitnah erwartet.

Glyphosat-Skeptiker rufen Petition ins Leben

Wie sieht es mit Deutschland aus? In der Politik scheint hier noch immer weitgehend Ruhe zu herrschen, darum haben einige Glyphosat-Skeptiker entschlossen, eine Petition ins Leben zu rufen. Erklärtes Ziel ist es, ein vollständiges Verbot des Herbizids auch auf deutschem Boden zu erreichen. In der EU besteht eine grundsätzliche Zulassung bis Ende 2022, danach werden die Karten neu gemischt. Wenn Glyphosat wirklich gefährlich ist, zählt natürlich jeder Tag – und anderthalb Jahre können in diesem Sinne endlos sein. Darum verlangt das Volksbegehren, das bei Redaktionsschluss bereits mehr als 18.000 Menschen unterzeichnet haben: »Deutsche Bundesregierung, verbieten Sie Glyphosat!« Die Aufmerksamkeit ist aktuell aufgrund der österreichischen Entscheidung geweckt, darum ist mit zahlreichen weiteren Unterschriften zu rechnen. Was es schlussendlich wirklich nützt, wird sich zeigen.


Quelle: actions-sumofus.org

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4 Kommentare

  1. eisvogel

    6. Juli 2019 at 14:31

    Man kann ja mal schnell was verbieten, aber erst, wenn es brauchbare Alternativen gibt.
    Wahrscheinlich sähe es die Bevölkerung gerne, wenn wir Bauern das Unkraut händisch ausreißen, mit der Sense mähen und mit dem Ackergaul wieder pflügen würden, wie vor 100 Jahren…
    Aber selber auf Urlaub zum letzten Arsch der Welt fliegen, weil es ja so billig ist Kerosin zu verheizen.
    Wir Bauern hantieren schon Jahrzehntelang mit Glyphosat, sodaß eigentlich der Krebstod in der bäuerlichen Bevölkerung vorherrschend sein müßte.
    Aber genau das Gegenteil ist der Fall!
    Seltsam nicht wahr?

  2. eisvogel

    6. Juli 2019 at 14:45

    Die Richter in den USA sind jetzt natürlich viel leichter von der Schädlichkeit überzeugt, wo doch der deutsche Bayer Konzern dafür bluten soll.

  3. Olaf Barheine

    6. Juli 2019 at 17:55

    Ich glaube, die Landwirte bei uns in der Region verwenden schon gar kein Glyphosat mehr. Hochwachsende Getreidesorten, die nicht vom „Unkraut“ überwuchert werden können, und jede Menge Blühpflanzen, die man schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat, entlang der Felder. Das ist mir dieses Jahr besonders aufgefallen.

  4. eisvogel

    7. Juli 2019 at 16:20

    @Olaf Barheine
    Glauben heißt nichts wissen.
    Es ist leider so, daß die Unkräuter schneller wachsen als die Kulturpflanzen. Es wird daher oft nach der Saat, noch bevor die Kulturpflanzen aufgelaufen sind, reiner Tisch gemacht um der Kulturpflanze einen Vorsprung zu ermöglichen.
    Glyphosat ist ja ein Totalherbizid und kann nicht während der Vegetationsphase der Kulturpflanze gespritzt werden.
    Anders in Amerika, da wurden durch Gentechnik veränderte glyphosatresistente Kulturpflanzen geschaffen und es kann sogar während der Vegetationsphase der Kulturpflanze gespritzt werden.
    Hochwachsende Getreidesorten, helfen gar nichts, wenn die Unkräuter und Ungräser nicht schon frühzeitig bekämpft und zurückgedrängt wurden, sonst bleibt die Getreideplanze in der Jugendentwicklung kümmerlich und geht später völlig unter.
    Die Blühflächen, die du erwähnst, das ist ein Teil, eine Option der ÖPUL Maßnahmen.
    Wir Bauern bekommen Geld für ausgewählte ÖPUL Maßnahmen.
    Das sind Maßnahmen zum Umweltschutz und Erhaltung der Artenvielfalt, die auch streng kontrolliert werden.

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