Fliegende Taxis waren lange Zeit der Science-Fiction-Literatur und entsprechenden Filmen vorbehalten. Doch in den letzten Jahren zeichnete sich immer mehr ab, dass diese Transportform mittelfristig Realität werden wird. Insgesamt arbeiten etwa 50 Unternehmen an derartigen Transportlösungen, und der Durchbruch scheint nicht mehr weit entfernt. In Singapur und Dubai gehen in Kürze tatsächlich testweise fliegende Taxis in die Luft.


Der in Deutschland entwickelte Volocopter ist einer der Kandidaten, die in Singapur diskutiert werden.

Singapur als Vorreiter im Transportwesen

Erstmals zur Sprache kam das Pilotprojekt in Singapur von Pang Kin Keong, seines Zeichens Staatssekretär im Transportministerium Singapurs. Wie nebenbei kündigte der Beamte an, dass der Stadtstaat innerhalb der nächsten Monate mit den Tests von Flugtaxis beginnen wird.

In Sachen Transportwesen ist Singapur schon längst ganz vorne mit dabei, wenn es um Technik für die Zukunft geht. Im Universitätsviertel fahren auf ausgewählten Strecken fahrerlose Taxis. Und auch die Containerlogistik in Singapurs Hafen, immerhin dem zweitgrößten der Welt, ist schon eine Weile automatisiert. Da scheint der Schritt zu fliegenden Drohnentaxis gar nicht mehr so weit zu sein.


Spätestens bis 2030 sollen die fliegenden Taxis fest zu Singapurs Stadtbild gehören. Ein eigenes Auto zu besitzen, ist in dem Stadtstaat eh schon ein Luxus, da werden alternative Transportkonzepte dringend gesucht. Drei Unternehmen haben es in die engere Wahl geschafft und kämpfen nun darum, in Zukunft Singapur mit fliegenden Taxis zu beliefern: Ein russisches Startup mit dem Hoversurf Scorpion, dieE-Volo GmbH aus Bruchsal mit dem Volocopter VC 200 sowie ein chinesisches Unternehmen mit dem Ehang 184.

Das endgültige Ziel Singapurs sei es, den Privatbesitz von Autos obsolet zu machen, so Pang. Bis dahin dürfte es in der sehr reichen Stadt allerdings noch etwas dauern. Aber Singapur sucht unter Hochdruck nach Alternativen zum Auto. Es wurden mehrere Milliarden Dollar in den Ausbau des Bus- und Bahnverkehrs investiert, und vor kurzem wurde ein stadtweites Bikesharing-Programm ins Leben gerufen. Singapur profitiert bei diesen Veränderungen von der straffen politischen Führung, die Änderungen schnell und effizient umsetzen kann.

Verkehr am Boden soll entlastet werden

Aber nicht nur Singapur möchte mit fliegenden Taxis experimentieren. Auch in Dubai sollen bis 2030 selbstfahrende Transportmittel aller Art unterwegs sein – unter anderem auch in der Luft. Dafür sind Drohnen mit bis zu 100 kg Tragkraft vorgesehen, die von einem Kontrollzentrum am Boden gesteuert werden. Die Batterien reichen bisher aber nur für einen Flug mit einer Dauer von 30 Minuten.

Weltweit arbeiten zahlreiche Unternehmen daran, die Verkehrsmittel für den Verkehr der Zukunft bereitzustellen, darunter etwa auch der europäische Flugzeughersteller Airbus, der insgesamt gleich an drei Projekten arbeite, darunter auch eine Großdrohne mit mehreren Propellern.

Im Jahr 2030 werden etwa 60 Prozent der Menschen auf der Welt in Städten leben, das sind 10 Prozent mehr als heute. Das wird das sowie schon recht ausgereizte Transportkonzept des privat besessenen PKW weiter an seine Grenzen treiben. Es sind daher unbedingt Alternativen gefragt – nicht nur wegen der potentiellen Verkehrsentlastung, sondern auch wegen des Aspekts des Umweltschutz. Allerdings werden Konzepte wie Flugtaxis vorerst wahrscheinlich nur den Besserverdienern vorbehalten sein – was Dubai und Singapur theoretisch zu hervorragenden Orten macht, um entsprechende Projekte zu testen. Aber auch in Deutschland wäre solch eine Transportform in Zukunft denkbar – und die Umsetzung ist durchaus auch schon in Arbeit.

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