In der Kommune Aarhus in Dänemark testen 200 Radfahrer ein neues System, das in Zukunft keine Wartezeiten mehr an roten Ampeln verspricht. Fahrradfahrer hätten somit faktisch immer Vorfahrt. Kann das funktionieren? Vielleicht, nach dem Test ist man jedenfalls schlauer.


RFID Fahrräder
RFID-Chips an Fahrrädern sorgen für grüne Ampeln (Bild: ID-Advice)

Grüne Ampeln sollen mehr Menschen auf das Rad locken

Mittels an den Vorderspeichen angebrachter RFID-Chips wird eine Kommunikation mit Detektoren hergestellt, die sich wiederum ein Stück vor den Ampeln befinden. Passieren die Radfahrer einen der Detektoren schaltet die darauffolgende Ampel auf Grün. Bei dem Aufbau, der bisher lediglich in Aarhaus an einer Ampel befindet handelt es sich um ein von der EU-Projekt RADICAL (Rapid Deployment for Intelligent Cities and Living) unterstütztes Pilotprojekt. Ein flüssigeres Vorankommen für Radfahrer kann in Zukunft dazu führen, dass Menschen in größeren Städten vermehrt auf das Fahrrad umsteigen und das Auto stehen lassen. Schließlich schrecken rote Ampeln auch Radfahrer regelmäßig ab. Dieser Effekt soll sich aber auch positiv für die Autofahrer auswirken. So könnte es den beteiligten Experten zufolge auch zu weniger Verkehrsunfällen mit Radfahrern kommen. Schwierig wird es ja meistens dann, wenn ein Radfahrer noch schnell über eine Ampel saust, die eigentlich schon auf Rot steht.

Bild: ID-Advice
Bild: ID-Advice

RFID-Chips sind günstiger als Induktionsschleifen

Ampeln, die auf Rot schalten auch wenn eigentlich gerade kein zu regelnder Verkehr da ist, wurden bereits weitestgehend mit Induktionsschleifen versehen. Hier erkennt die Ampel, ob gerade Bedarf zum Umschalten besteht oder nicht. Die RFID-Chips machen wiederum Induktionsschleifen obsolet und sind zudem auch noch um ein Vielfaches günstiger. Problematisch ist übrigens auch die Erkennung von Radfahrern an Ampeln mit Induktionsschleifen. Oftmals werden diese gar nicht erst erkannt.


Bisher befindet sich das Projekt noch in den Anfängen. Bis die Ampel-Chips für Fahrräder final angewendet werden können, dürfte noch einige Zeit vergehen. Im nächsten Jahr sollen erst einmal weitere Ampeln mit der Technik ausgestattet werden. Die RFID-Chips hat das Unternehmen ID-Advice entwickelt.

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