Bereits drei Tage nach der vollständigen Installation des Systems war es soweit: Ein Mann, der mit einem Flug aus Sao Paulo in die US-Hauptstadt gekommen war, konnte die Passkontrolle unbehelligt passieren. Den Beamten dort hatte er einen französischen Pass gezeigt. Anschließend allerdings wurde er auch noch von einem Mitarbeiter aufgehalten, der eine Software zur automatischen Gesichtserkennung nutzte. Das Ergebnis: Bei dem Reisenden handelte es sich nicht um die Person, die auf dem Bild im Pass zu sehen war. Deshalb wurde eine genauere Kontrolle angeordnet. Später stellte sich der Verdacht als korrekt heraus: Im Schuh des Mannes wurde ein Personalausweise der Republik Kongo gefunden. Vertreter der für die Kontrolle an Flughäfen zuständigen Behörde „US Customs and Border Protection“ feierten dies als großen Erfolg.


Irgendwann soll die klassische Passkontrolle ersetzt werden

„Die neue Technologie zur Gesichtserkennung eliminiert gleichsam die Möglichkeit, dass jemand Original-Dokumente verwendet, die für jemand anderes ausgestellt wurden“, erklärte beispielsweise der CBP-Direktor Casey Durst. Erstmals getestet wurde die Technik bereits im Jahr 2015. Offiziell in Betrieb genommen wurde die Gesichtserkennung aber erst am vergangenen Montag. Der Washington Dulles International Airport ist damit einer der ersten von insgesamt 14 US-Flughäfen, die mit der neuen Sicherheitsvorkehrung ausgestattet werden. Zunächst handelt es sich allerdings noch um eine Ergänzung zur klassischen Passkontrolle. Später einmal ist dann sogar denkbar, dass Passagiere nur noch die automatisierte Gesichtskontrolle durchlaufen müssen. Bis es soweit ist, will die Behörde aber zunächst ausreichend Daten sammeln und auswerten.


Ein Test in Wales verlief nicht besonders erfolgreich

An anderen Flughäfen konnte zumindest schon ein kleiner Vorteil für die Passagiere generiert werden. So konnte die Wartezeit bei der Passkontrolle am Mineta San Jose International Airport immerhin im Schnitt um vier Minuten gesenkt werden. In Zukunft soll das Prozedere aber noch weiter beschleunigt werden. Auch in Europa experimentieren Sicherheitsbehörden mit Gesichtserkennungssoftware. Beim Champions-League-Finale in Cardiff 2017 war der Einsatz aber nicht wirklich erfolgreich – die Trefferquote des Systems war extrem gering. Am Bahnhof Südkreuz in Berlin testet zudem die Bundespolizei entsprechende Technologie. Datenschützer sind davon allerdings alles andere als begeistert. Sie befürchten, dass später einmal automatisiert Bewegungsprofile erstellt werden könnten. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass unbescholtene Bürger zu Unrecht ins Visier der Behörden geraten.

Via: Engadget

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