Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hegt großes Interesse an umweltfreundlicheren Autos. Die Kombination aus Elektromotorantrieb und effizienteren Fahrens dürfte der Schlüssel für die Zukunft sein. Dobrindt wurde des Öfteren auch schon im Zusammenhang mit dem Betrieb autonom fahrender Autos in Deutschland gebracht. Schließlich wurden vermehrt auch Teststrecken erschlossen um die vernetzten Autos von morgen besser weiterentwickeln zu können. Nun fordert der Bundesverkehrsminister eine sichere Datenverschlüsselung bei den vernetzten Autos. Der Schutz gegen Hackerangriffe soll sogar gesetzlich normiert werden. Darüber hinaus möchte der Politiker auch die Haftungsfrage in dem Fall geklärt haben, wenn kein Fahrer am Steuer sitzt.


Gesonderte Prüfstelle für Datenverschlüsselungssysteme

Aktuellen Prognosen zufolge sollen 80 Prozent aller Autos in drei Jahren mit Internet ausgestattet und somit auch vernetzt sein. Die ersten Hersteller kündigten intelligente Roboterautos für 2020 an. In diesem Feld wird also viel passieren. Die Ausweitung des Internets und die immer smarter werdende Steuerung moderner Autos, machen die Fahrzeuge jedoch auch angreifbarer. So konnten Hacker beispielsweise im Rahmen eines Tests einen autonom fahrenden SUV mitten auf dem Highway stoppen und die Kontrolle übernehmen. Im Ernstfall kann das gefährlich werden. Um in Zukunft mehr Sicherheit zu gewährleisten, sollen die Automobilhersteller dazu verpflichtet werden eine sichere Datenverschlüsselung im Bordsystem zu integrieren. Die Systeme sollen jeweils durch „externe Stellen“ abgenommen werden. Am Mittwoch wird ein entsprechendes Strategiepapier vom Kabinet beschlossen. Im Anschluss werde Dobrindt dann die geplanten Richtlinien auf der IAA in Frankfurt vorstellen. Mit berücksichtigt werden soll auch eine Änderung des Wiener Übereinkommens. Hier sind Anpassungen erforderlich, da bisher nur Menschen als Fahrer vorgesehen werden.


Der Nachrichtenagentur dpa liegen bereits Auszüge des neuen Strategiepapiers vor, das 19 Seiten umfasst. „Die Digitalisierung der Mobilität und der damit verbundene Zuwachs an Daten stellen neue Anforderungen an die Sicherheit von Fahrzeugen und Infrastruktur sowie den Schutz von Persönlichkeitsrechten. Unser Ziel ist, dass Fahrzeuge gegen Eingriffe und Manipulationen von außen geschützt sind“. Demnach sollen deutsche Autos auch „im digitalen Zeitalter zu den sichersten der Welt gehören“.

Wer haftet, wenn keiner am Steuer sitzt?

In Zukunft sollen autonome Autos selbstständig fahren, die Geschwindigkeit den Witterungsverhältnissen automatisch anpassen und schon wissen, welche Gefahren in einigen Kilometern voraus lauern. Die Technologie ist bereits so weit, dass Sensoren, Kameras, Abstandsmesser, Live-Stau-Meldungen und Co schon jetzt in der Lage sind Autos von allein fahren zu lassen. Der Mensch steigt in Zukunft nur noch als Passagier ein. Mit dieser Vision gehen jedoch auch Bedenken bei der Haftungsfrage einher. Wer haftet für Schäden nach einem Unfall, wenn keiner am Steuer saß? Hier besteht, neben den Datenschutz-Sicherheitsmaßnahmen, besonderer Regelungsbedarf. Der Bundesverkehrsminister fordert im Strategiepapier Rechtssicherheit beim Einsatz automatisierter Fahrzeuge. Zusätzliche Haftungsrisiken sollen dem Fahrer jedoch nicht aufgebürdet werden. Wird beim Versagen der Technik dann der Hersteller belangt? Kompensieren spezielle Versicherungen in Zukunft entsprechende Schäden, unabhängig von der Schuldfrage? Vielleicht sind die Autos in Zukunft aber auch so perfekt, dass einfach keine Unfälle mehr passieren.

Das automatisierte und vernetzte Fahren zählen zu den Haupttrends der diesjährigen IAA. Roboterautos fahren effizienter, bremsen weniger und werden im Optimalfall auch elektrisch angetrieben. Aktuelle Studien zeigen, dass Robotertaxis bis 2030 den Treibhausgas-Ausstoß um bis zu 90 Prozent reduzieren können.

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