Verpackungsmüll ist Teil unsere Alltags. Ob nun Pappe, Aluminium oder Plastik – Verpackungen sind quasi allgegenwärtig und landen meist direkt nach dem Öffnen im Abfall. 220,5 Kilo Verpackungsmüll produzieren Deutsche im Schnitt pro Jahr und Kopf. Ein neues Gesetz möchte dafür sorgen, dass ab nächstem Jahr deutlich mehr davon recycelt wird.


Foto: Water bottle, faungg’s photos, Flickr, CC BY-SA 2.0

Neues Gesetz gegen den Verpackungsmüll

2016 wurden in Deutschland 18,16 Millionen Tonnen Verpacckungsmüll produziert. Umweltschützer sind sich einig: Das ist deutlich zu viel. Zwar gehen 70 Prozent der Verpackungen ins Recycling, aber die verbleibenden 30 Prozent sind ein Problem. Geschuldet ist die große Menge Verpackungsmüll unserem Lebensstil. Convenience-Produkte sind immer beliebter, und To-Go-Produkte und kleine Portionen für Single-Haushalte sowie der Internet-Liefer-Boom tragen ihren Teil zu den großen Mengen verbrauchter Verpackungen bei.

Gegen diese Müllmengen vorzugehen, ist für die Politik eine schwere Aufgabe. Verpackungen haben für Hersteller und Handel eine große Bedeutung, und die Entsorgung ist ein Milliardengeschäft. Entsprechend groß ist die Verpackungslobby. Am 01. Januar 2019 tritt das Verpackungsgesetz in Kraft, das letztlich eine Notlösung nach monatelangen Diskussionen war. Vor allem Umweltschützer sind von dem Gesetz enttäuscht.


Wir Verbraucher werden von dem neuen Gesetz nicht viel mitbekommen. Die EU möchte Strohhalme und Besteck aus Kunststoff verbieten. Eine solche Regelung würde uns als Bürger direkt betreffen. Das Verpackungsgesetz betrifft dagegen vor allem den Handel und die Recycling-Branche. Wir stellen euch die wichtigsten neuen Regelungen vor.

Verpackungsgesetz: Das ändert sich

Erweiterte Pfandpflicht

Auch Einweg-Verpackungen mit Frucht- und Gemüse-Nektaren mit Kohlensäure (etwa Apfelschorlen aus Nektar) sowie Mischgetränke mit einem Molkeanteil von über 50 Prozent werden in Zukunft 25 Cent Pfand fällig.

Motivation für bessere Verpackungen

Recycling-Firmen wie der Grüne Punkt und die anderen Dualen Systeme verdienen ihr Geld vorrangig mit Lizenzgebühren, die die Verpackungshersteller zahlen müssen. In Zukunft werden für umweltfreundliche, gut recycelbare Verpackungen weniger Gebühren fällig, was eine deutliche Motivation für die Hersteller sein dürfte.

Kennzeichnungspflicht für Mehr- und Einwegpprodukte

An Getränkeregalen müssen in Zukunft gut lesbare Schilder darauf hinweisen, ob es sich im Mehrweg- oder Einwegverpackungen handelt. Allerdings müssen nur Einweg-Getränke mit Pfandpflicht gekennzeichnet werden.

Zentrale Stelle kontrolliert das System

Die Einrichtung einer Zentralen Stelle soll eine ausreichende Kontrolle ermöglichen. Dort müssen sich aller Verpackungshersteller registrieren und Art und Menge der hergestellten Verpackungen eintragen. Verstöße führen zu Bußgeldern bis 200.000 Euro und Vertriebsverboten. Bis Anfang Januar sollen dort etwa 140.000 Einträge vorhanden sein.

Zugzwang für Online-Handel

Im Gesetz heißt es eindeutig, dass auch Versandverpackungen Verpackungen sind. Das bedeutet, dass auch Online-Händler sich bei der Zentralen Stelle registrieren, ihre Verpackungen eintragen und für diese Lizenzgebühren zahlen müssen. Das gilt auch für die Umverpackungen, in die die abgepackte Ware eingepackt wird.

Angehobene Recyclingquoten

Die Recyclingquoten werden in zwei Schritten 2019 und 2022 erhöht. Für Glas, Altpapier, Eisenmetalle und Aluminium steigen sie von 60 bis 75 auf 90 Prozent. Für Getränkekartons steigen sie von 60 auf 80 Prozent, für Kunststoffe von 36 auf 63 Prozent.

Gesetz soll Verpackungsmüll verringern

Ziel des Gesetzes ist es, dass unnötige Verpackungen vermieden werden oder durch wiederverwendbare Mehrwegverpackungen ersetzt werden. Wenn Einwegverpackungen nicht vermieden werden können, sollten diese so gut wie möglich recycelt werden können. Und auch Verbraucher müssen das Recyclingsystem stützen: „ Restmüll gehört nicht in den gelben Sack oder die gelbe Tonne, denn er erschwert Sortierung und Recycling der Verpackungsmaterialien„, so Maria Krautzberger, Chefin des Umweltbundesamtes.

Das Deutsche Verpackungsinstitut argumentiert, dass es gute Gründe gebe, Lebensmittel und Waren zu verpacken. „ Weil der Wert und die Kosten eines verpackten Gutes den Wert und die Kosten seiner Verpackungen weit übersteigen, lohnt sich die Verpackung sowohl wirtschaftlich, als auch ökologisch und sozial„, heißt es seitens des Instituts.

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