Die Weltgemeinschaft hat sich verpflichtet, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Erreicht werden soll dies vor allem durch eine Reduktion der CO2-Emissionen. Die meisten Staaten – darunter auch Deutschland – hängen den eigenen Plänen aber noch deutlich hinterher. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr. Schon in acht Jahren könnte die Marke von 1,5 Grad überschritten werden. Der an der Stanford University arbeitende Wissenschaftler Rob Jackson schlägt daher einen anderen Ansatz vor: Er will Methan aus der Atmosphäre filtern und in CO2 umwandeln. Dadurch würde letztlich zwar mehr CO2 in der Atmosphäre landen, die Erderwärmung könnte allerdings dennoch eingedämmt werden. Was zunächst einmal verrückt klingt, hat einen realistischen Hintergrund.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Der Klimawandel könnte zeitlich herausgezögert werden

Denn CO2 ist lediglich der größte Verursacher des Klimawandels in der Atmosphäre. Auch Methan gehört aber zu den Gasen, die die Erderwärmung ansteigen lassen. Der Clou: In den ersten zwanzig Jahren ist es sogar rund 82 Mal klimaschädlicher als CO2. Gelänge es also tatsächlich, Methan in CO2 umzuwandeln, würde das Klima zumindest kurzfristig profitieren. Die Weltgemeinschaft hätte somit etwas Zeit gewonnen. Langfristig müssten die zusätzlichen CO2-Emissionen aber natürlich an anderer Stelle wieder eingespart werden. Es handelt sich also nicht um eine dauerhafte Lösung, sondern gewissermaßen um einen Notfallplan. Dieser könnte zum Einsatz kommen, wenn für andere Maßnahmen nicht mehr genug Zeit bleibt. Bisher existiert der Ansatz auch nur auf dem Papier. Die benötigten Anlagen müssten also zunächst noch gebaut und getestet werden.

Die Technik ist noch völlig unerprobt

Dazu würde unter anderem eine Art riesiger Ventilator gehören, der Luft aus der Atmosphäre ansaugt. Daraus wiederum muss dann das Methan herausgefiltert und umgewandelt werden. Jackson räumt zudem ein: Sein Ansatz wäre wahrscheinlich deutlich teurer und aufwändiger als die bisher geplante Reduktion der CO2-Emissionen. Dafür lässt er sich aber vergleichsweise kurzfristig umsetzen und könnte schnelle Ergebnisse liefern. Andere Forscher arbeiten hingegen daran, direkt CO2 aus der Atmosphäre zu filtern und unterirdisch zu speichern. Eine entsprechende Lagerstätte soll beispielsweise in alten Gasfeldern unterhalb der Nordsee entstehen. Auch die Technik ist aber bei weitem noch nicht ausgereift. Aktuell scheint die Reduzierung der CO2-Emissionen daher noch immer die beste Methode im Kampf gegen den Klimawandel zu sein.


Via: Business Insider

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