Indonesien hat in den letzten Jahren die Strafen für Drogendelikte massiv verschärft. Zuletzt handelte sich die Regierung massive internationale Proteste ein, als sie fünf wegen Drogendelikten verurteilte Ausländer hinrichtete. Die Niederlande und Brasilien beriefen sogar zwischenzeitlich ihre Botschafter zurück. Auch Australien liegt im Clinch mit der indonesischen Regierung. Teil des Kampfes gegen die Drogen soll nun eine bessere Überwachung der Gefängnisse sein. So haben die Behörden einen Plan präsentiert, der von Krokodilen bewachte Gefängnisinseln vorsieht. Das Justizministerium, das für die Planung und den Betrieb von Gefängnissen zuständig ist, muss dazu allerdings noch seine Zustimmung geben.


By Anagoria (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
By Anagoria (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Krokodile sind unbestechlich und nicht einzuschüchtern

Das zugrundeliegende Problem ist allerdings nicht nur in Indonesien zu finden, sondern beispielsweise auch in vielen Ländern Südamerikas: Die Gefängnisaufseher sind oftmals deutlich ärmer als die einsitzenden Drogenbarone und Drogenhändler. Dies macht sie naturgemäß anfällig für Korruption. Genau hier sollen die Vorteile der Krokodile liegen: Diese sind mit Geld schlicht nicht zu bestechen. „Du kannst Krokodile nicht bestechen. Du kannst sie nicht überzeugen, Insassen fliehen zu lassen. Wenn sie also zu fliehen versuchen, werden sie aufgefressen“, erläutert Slamet Pribadi, Sprecher der nationalen Antidrogenbehörde, die Idee hinter der geplanten Maßnahme. Auch Drohungen und Erpressungen helfen nicht wirklich weiter, wenn es gilt einen Wassergraben mit Krokodilen zu überqueren.

Rund zwei Prozent der Bevölkerung sind abhängig

Der Chef der Antidrogenbehörde, Budi Waseso, hat den Plan bereits beim Justizministerium eingereicht und plant persönlich auf eine Reise durch verschiedene Provinzen des Landes zu gehen. Dort will er dann herausfinden, welche Krokodilsart sich am besten zur Bewachung der Gefangenen eignet. Trotz der drastischen Strafen für Drogendelikte konnte die indonesische Regierung die Drogenproblematik bisher nicht entscheidend eindämmen. Noch immer gelten 4,2 Millionen Einwohner des Landes als drogenabhängig – immerhin rund zwei Prozent der Bevölkerung. Ob Krokodile als Gefängniswärter daran wirklich etwas ändern können, bleibt abzuwarten.


Via: Digitaljournal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.