Lange Zeit war der Umgang mit Plastikmüll in Thailand eher von Sorglosigkeit geprägt. Die Folge: Das Land gehörte in diesem Bereich zu den größten Verschmutzern der Weltmeere. Auch die Tierwelt des Königreichs hatte unter der Umweltverschmutzung massiv zu leiden. In das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangte die Problematik aber erst durch einige aufrüttelnde Fotos. So sorgte unter anderem das Bild einer verstorbenen Seekuh für Aufsehen, deren Verdauungstrakt fast vollständig mit Plastik belegt war. Die öffentliche Empörung darüber sorgte schließlich für Druck auf die Regierung. Diese reagierte zunächst mit einem Appel an die Bevölkerung. So wurde unter anderem die Nutzung von Mehrweg-Tragetaschen propagiert. Allein dies zeigte schon Wirkung: Die Zahl der genutzten Einweg-Plastiktüten konnte im vergangenen Jahr um zwei Milliarden Stück reduziert werden.


Freiwillige Umstellungen führten schon zu sichtbaren Erfolgen

„Thailand lag auf Platz sechs der Länder weltweit mit dem meisten Abfallströmen in die Weltmeere. In den letzten fünf Monaten haben wir uns auf Platz zehn verbessert. Dank der Hilfe der Leute in Thailand“, erklärte Umweltminister Varawut Silpa-Archa. Seine Regierung will sich damit allerdings noch nicht zufriedengeben. Stattdessen folgen nun gesetzgeberische Maßnahmen. So wurden mit dem Jahreswechsel in allen größeren Läden die Nutzung von Plastiktüten komplett untersagt. Noch gibt es allerdings Ausnahmen für einige Händler. Schon im nächsten Jahr soll dann aber ein vollständiges Verbot folgen. Zusätzlich wird aber auch weiterhin kräftig die Werbetrommel gerührt. So verteilte der Umweltminister zum Jahreswechsel persönlich Mehrweg-Tragetaschen an die Bevölkerung und warb so für ein umweltfreundlicheres Einkaufsverhalten.


Die Umsetzung ist noch mit Problemen behaftet

Der Politiker räumt allerdings auch ein, dass die Durchsetzung eines kompletten Verbots nicht ohne Schwierigkeiten ablaufen dürfte. Denn während sich beispielsweise Supermärkte in der Hauptstadt Bangkok sehr gut kontrollieren lassen, ist dies auf den vielen Märkten mit einzelnen Ständen schon deutlich schwieriger. Auch in vielen ländlichen Gebieten dürfte es dauern, bis die neue Regelung dauerhaft durchgesetzt werden kann. Zumal es bei einigen Produkten – etwa frischen Lebensmitteln – nur wenige oder teure Alternativen gibt. Die Regierung in Thailand will den Weg der Plastikvermeidung dennoch konsequent weiter beschreiten. Global betrachtet ist sie damit keineswegs alleine. So wurden Plastiktüten unter anderem auch schon in Marokko und auf Hawaii verboten. Die Europäische Union will zudem zahlreichen Einweg-Plastikprodukte den Garaus machen.

Via: Electrek

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.