Facebook steckt aktuell inmitten eines großen Datenskandals, weshalb sich Firmenchef Mark Zuckerberg sogar vor dem US-Kongress verantworten muss. Doch auch andere Technologiefirmen sind in diesem Punkt nicht frei von Kritik. So wurde Google nun von verschiedenen Kinderschutzorganisationen in den Vereinigten Staaten angezeigt. Der Vorwurf: Auf dem Videoportal Youtube würden Inhalte speziell für Kinder gezeigt und deren Daten ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigen genutzt. Tatsächlich ist in den Geschäftsbedingungen zwar ein Mindestalter von 13 Jahren festgeschrieben, viele Inhalte wenden sich aber recht eindeutig auch an kleinere Kinder. Selbiges gilt für die dabei gezeigten Werbeeinblendungen. Dies könnte einen Verstoß gegen den „Children’s Online Privacy Protection Act“ darstellen.


Freiwillige Helfer sollen vor Belästigungen schützen

Dort ist ausdrücklich festgeschrieben, dass die Regeln gelten, sobald Seitenbetreiber wissen, dass ihr Angebot auch von Kindern genutzt wird. Bei den zahlreichen Daten, die Youtube erfasst und auswertet, dürfte es dem Unternehmen schwer fallen, vollkommen unwissend zu tun. Zumal Umfragen gezeigt haben, dass stolze 80 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren das Videoportal bereits nutzen. Um Kinder und Jugendliche vor Belästigungen durch andere Nutzer zu schützen, setzt das Unternehmen auf freiwillige Helfer. Diese sind oftmals sehr engagiert, haben aber mit einer enormen Anzahl anfallender Beschwerden zu kämpfen. Oftmals kann daher nicht zeitnah reagiert werden. Auch das Löschen von eindeutig strafbaren Inhalten geht nicht so schnell, wie das wünschenswert wäre.

Die Rechtslage in Deutschland ist anders

Weil Youtube die Daten der jungen Zuschauer genutzt hat, um damit Geld zu verdienen – etwa indem Werbung angezeigt wurde – drohen nun erhebliche Strafzahlungen. Denn sollte die US-Handelsaufsicht FTC einen Verstoß feststellen, ist sie auch befugt, die daraus entstandenen Gewinne abzuschöpfen. Im Fall des Videoportals von Google dürften sich die Summen im Milliardenbereich bewegen. Zumal die Nutzer von Google nicht nur bei Youtube monetarisiert werden, sondern auch anschließend noch beim Besuch weiterer Webseiten. Noch allerdings steht das Urteil der Aufseher aus. In Deutschland hingegen herrscht eine andere Rechtslage, weshalb eine ähnliche Klage wohl keine Aussicht auf Erfolg hätte. In den deutschen AGB von Youtube ist daher nicht einmal das Mindestalter von 13 Jahren enthalten. Dafür sind die Datenschutzbestimmungen hierzulande allgemein deutlich strenger als in den Vereinigten Staaten.


Via: BBC

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