Die chinesische Sprache neigt oft zu etwas blumigen Ausdrücken. So wird der Versuch der Regierung die Luftverschmutzung in den Städten unter Kontrolle zu bringen als „Kampf zur Verteidigung des blauen Himmels“ bezeichnet. Die Zielsetzung ist eindeutig definiert: 2020 soll 18 Prozent weniger Feinstaub in der Luft sein als fünf Jahre zuvor. Aktuell scheint das Reich der Mitte da auf einem guten Weg zu sein. In den vergangenen beiden Jahren konnte bereits eine Reduktion um knapp 13 Prozent erreicht werden. Um die Zielmarke auch tatsächlich zu erreichen, hat die Regierung nun noch einmal einen Drei-Jahres-Plan vorgelegt. Dieser enthält im Wesentlichen vier Maßnahmen, um die Luftqualität zu verbessern und den blauen Himmel zu verteidigen.


Flagge China
Foto: Alexander Trisko

Diese 4 Maßnahmen sollen zum Ziel führen

1. Neue Schlüsselzonen: Dabei handelt es sich um bestimmte Regionen, in denen die Ansiedlung von besonders schädlicher Industrie untersagt wird. Zahlreiche solche Zonen wurden bereits in den vergangenen Jahren eingerichtet. Nun kam unter anderem die Kohleregion Shanxi in der Nähe von Peking dazu.

2. Weniger Kohlestrom: Andere Regionen bekamen hingegen die Pflicht auferlegt, den Anteil der Kohle am Strommix zu verringern. Kleinere Kraftwerke, die die Umweltauflagen nicht mehr erfüllen, sollen zudem direkt abgeschaltet werden. Aus Sicht der Umwelt allerdings problematisch: Sie werden durch neuere Anlagen ersetzt, die zwar etwas sauberer sind, aber dennoch eine enorme Belastung darstellen.


3. Drosselung der Stahlproduktion: Kohle und Stahl gehören nicht nur im Ruhrgebiet untrennbar zusammen. Die Herstellung ist extrem energieintensiv – weshalb oftmals die günstige Kohle genutzt wird. In vielen Regionen dürfen daher zukünftig keine neuen Anlagen mehr genehmigt werden.

4. Erneuerbare Energien: Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil nicht-fossiler Energieträger immerhin auf 15 Prozent gesteigert werden.

Manche Schadstoffe bleiben außen vor

So sinnvoll diese Maßnahmen auf den ersten Blick auch zu sein scheinen, verweist die Umweltschutzorganisation Greenpeace doch auf einen Makel: Bestimmte Schadstoffe in der Luft werden schlicht nicht gemessen oder nicht beachtet. Dazu gehört beispielsweise Ozon, das vor allem im Straßenverkehr entsteht. Hier ist die Belastung in den letzten Jahren stark gestiegen – ein neuer Grenzwert ist in den Planungen aber nicht enthalten. Dennoch könnte China zum Vorbild für viele andere asiatische Städte werden. Denn auch Indien kämpft beispielsweise mit der Luftverschmutzung in den Städten. Die Hauptstadt Neu Delhi etwa gilt in diesem Punkt als die schmutzigste Stadt der Welt.

Via: Klimareporter

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.