In urbanen Gebieten sind hohe Gebäude aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. In den Vereinigten Staaten perfektioniert, trat der Wolkenkratzer einen Siegeszug rund um die Welt an. Um sich in Gebäuden auf und ab zu bewegen, sind Treppen oder Lifte erforderlich. Erstere sind ab ein paar Stockwerken mit Anstrengungen verbunden, letztere sind teuer und haben einen hohen Wartungsaufwand, und beide Lösungen benötigen relativ viel Platz in einem Gebäude. Ein neuer Prototyp namens Vertical Walking verfolgt einen anderen Ansatz. Wie auch beim Treppensteigen ist auch bei dieser Möglichkeit der vertikalen Bewegung Muskelkraft gefragt. Allerdings wird für Vertical Walking nur ein Zehntel des Kraftaufwandes benötigt, der fürs Treppensteigen gebraucht wird.


Vertikale Bewegung dank Muskelkraft

Die Designer des Vertical-Walking-Systems gehen davon aus, dass die Landflucht in den nächsten Jahrzehnten noch weiter zunehmen wird. Die große Bevölkerungsdichte in den Städten gepaart mit mangelndem Wohnraum wird dazu führen, dass Wohnhäuser noch weiter in die Höhe wachsen werden. Lifte oder Rolltreppen benötigen viel Energie und Platz, und Treppen sind für Gebäude, die höher als ein paar Stockwerke sind, schlicht nicht praktikabel.


Die Lösung für das Problem präsentiert das Rombout Frieling labim niederländischen Eindhoven mit dem Prototyp zum Vertical Walking System. Dabei kommt ein System aus zwei parallelen Stangen zum Einsatz, zwischen die ein cleveres System gebaut wurde, das dem Benutzer erlaubt, sich halb sitzend mit wenig Kraftaufwand in die Höhe zu bewegen. Das System lässt sich am besten mit Hilfe eines Videos verstehen.

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Die Designer behaupten, dass das System weniger als 10 Prozent des Kraftaufwandes verlangt, der beim Treppensteigen verwendet wird. Externe Energiequellen außer dem Benutzer werden dabei nicht benötigt. Scheinbar wurde das System auch bereits von einem Amputierten und einem MS-Patienten getestet.

Prototyp tourt durch Design-Ausstellungen

Um nach oben zu gelangen, zieht der Benutzer sich quasi zwischen den Stangen nach oben. Unterstützt wird er dabei von einer Reihe elastischer Seile und einem Rollensystem. Sollte der Nutzer eine Pause benötigen, kann er diese problemlos jederzeit einlegen.

This keeps people moving, yet it can accommodate less able people and it requires no power at all! What more do we need?„, zeigte sich Professor Alison McGregor von der Biodynamics-Gruppe des Imperial College London von der Idee begeistert.

Der experimentelle Prototyp zog bereits die Aufmerksamkeit auf diversen Design-Ausstellungen auf sich, darunter auch bei einer Ausstellung auf der Architecture Biennale in Venedig.

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