Der Mailänder Architekt Stefano Boeri hat sich mit einer ganz bestimmten Art des Hochhausbaus einen Namen gemacht. Unter dem Schlagwort „vertikaler Wald“ baut er Wohn- und Bürokomplexe, auf denen Bäume und Sträucher gepflanzt werden. So errichtete er in seiner Heimatstadt Mailand zwei Türme mit einer Terrassenfläche von fast 9.000 Quadratmetern. Darauf wurden 800 Bäume und mehr als 20.000 Sträucher gepflanzt. Ein ähnliches Projekt steht zudem in der Nähe der Schweizer Stadt Lausanne vor der Umsetzung. Offensichtlich kam das Konzept aber auch im entfernten China gut an. Dort möchte die Cachet Hotel Group in der Provinz Guizhou einen Hotelkomplex errichten, der ebenfalls den Prinzipien des vertikalen Walds folgt.


Die Bäume sorgen für saubere Luft und spenden Schatten

Dabei sollen insgesamt 250 Zimmer sowie Konferenzräume, eine Lounge, eine Bar, ein Restaurant und eine VIP-Area entstehen. Insoweit handelt es sich also um ein ganz normales Hotel. Schon bei der Bauweise wird allerdings darauf geachtet, dass der Betrieb später einmal so wenig Emissionen wie möglich verursachen wird. Gemeinsam mit den auf den Terrassen gepflanzten Bäumen und Sträuchern kommt das Hotel so nicht nur auf eine positive Klimabilanz, sondern sorgt auch für eine bessere Luft in der Umgebung. Einmal ausgewachsen sollen die Bäume zudem für eine Form des Wärmeausgleichs sorgen: Im Sommer spenden sie Schatten, während sie im Winter verhindern, dass zu viel Wärme entweicht.


Die Provinz Guizhou gilt als Geheimtipp für Touristen

Die Bepflanzung erfordert dabei natürlich auch eine besondere Bauweise. So reiste Boeri beispielsweise eigens in die USA, um zu erlernen, wie die Bäume sturmfest gemacht werden können. Rostgitter ermöglichen es den Wurzeln nun, sich gleichsam am Haus festzukrallen. Die chinesische Provinz Guizhou gilt dabei als eine der ärmsten des Landes. Dies lag nicht zuletzt an der schlechten Erreichbarkeit: Die Fahrt von der nächsten Millionenmetropole dauerte früher zwanzig Stunden. Eine neue Highspeed-Bahnstrecke verkürzte die Reisezeit nun aber auf vier Stunden – was nicht zuletzt den Tourismus ankurbelt.

Via: Inhabitat

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