Dem Neurowissenschaftler David Eagleman ist ein echter Coup gelungen: Vor etwa fünf Jahren kam er auf die Idee, die menschliche Haut in eine Art Hörorgan umzufunktionieren, um tauben Menschen zum Hören zu verhelfen. Jetzt präsentiert er sein neues Produkt.


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Nicht nur Ohren sind zum Hören da …

32 Mini-Motoren übertragen Vibrationen auf die Haut

Die Weste mit dem schlichten Namen VEST ist mit 32 Mini-Motoren ausgestattet, die Vibrationen auf die Haut übertragen. Ein Mikro besitzt das praktische Kleidungsstück nicht, aber eine Schnittstelle, um sich mit einem PC oder Smartphone zu verbinden. Der Computer – oder das Handy – nimmt die umgebenden Geräusche auf und wandelt sie in spezielle Frequenzen um, die wiederum die Motoren auf jeweils individuelle Weise in Bewegung versetzen. Mit der Zeit soll das Gehirn des Nutzers die verschiedenen Vibrationsmuster unterscheiden lernen, sodass es Laute und Wörter wiedererkennt. Das braucht natürlich einige Übung, aber das Erlernen von Sprache funktionierte schließlich noch nie über Nacht.

Hier stellt David Eagleman seine VEST persönlich vor


Bei Kindern läuft der Lernprozess schneller ab

Eagleman trainierte bereits mit einigen tauben Menschen diese neuartige Art zu hören, sie verstehen inzwischen auch schon einige Wörter. Bei Kindern läuft der Lernprozess erwartungsgemäß schneller ab, ihre Gehirne können die notwendigen Verknüpfungen leichter herstellen. Die VEST bringt gegenüber einem Ohrimplantat zwei große Vorteile mit sich: Das Gerät ist sehr viel kostengünstiger und non-invasiv nutzbar. Bislang können die Anwender allerdings noch keinen vollständigen Konversationen folgen, doch Eagleman setzt in diesem Fall auf den Faktor Zeit: Nach seiner Ansicht gibt es ganz einfach keinen Grund, warum die Haut nicht beinahe so gut wie die Ohren als Hörorgan funktionieren kann. Außerdem kann der Forscher sich gut vorstellen, dass die Weste eines Tages in vielen anderen Bereichen nützlich sein wird, beispielsweise um einem Piloten während des Fluges umfassende Informationen über den Status seines Flugzeugs zukommen zu lassen. Übrigens: So schlicht der Name VEST auch klingen mag, Eagleman hat sich bei der Namensgebung doch etwas mehr gedacht: Die vier Buchstaben stehen als Abkürzung für »Versatile Extra-Sensory Transducer«.

Quelle: popsci.com

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