Als vor kurzem in der internationalen Raumstation ISS ein Leck auftrat, stand sofort eine Vermutung im Raum: Ein kleines Stück Weltraumschrott könnte mit der Außenwand kollidiert sein und für den Schaden gesorgt haben. Inzwischen weiß man, dass das Loch bereits auf der Erde entstanden und nur notdürftig gestopft wurde. Dennoch stellt die immer noch zunehmende Menge an Weltraumschrott ein großes Problem für die bemannte und unbemannte Raumfahrt dar. Das Projekt RemoveDEBRIS hat es sich daher zum Ziel gesetzt, verschiedene Techniken zur Beseitigung des Schrotts unter realen Bedingungen im Weltraum zu testen. Die am besten funktionierende Lösung könnte später dann im großen Stil zum Einsatz kommen. Die Idee, den Müll mithilfe eines Netzes einzufangen, erwies sich nun zumindest als praktikabel.


Bild: University of Surrey

Es handelte sich um einen hoch komplexen Einsatz

Allerdings handelte es sich noch nicht um echten Weltraumschrott, sondern um einen zuvor selbst losgelassenen Ballon. Dennoch funktionierte die Technik danach wie geplant: Mithilfe von Kameras wurde das Objekt ins Visier genommen und anschließend von dem Netz umhüllt. Hätte es sich um echten Weltraumschrott gehandelt, hätte der Satellit das Objekt nun einsammeln können. In diesem Fall wurde aber darauf verzichtet. Stattdessen wirkt das Netz nun wie eine Art Bremse: Der Ballon wird an Geschwindigkeit verlieren und irgendwann in der Erdatmosphäre verglühen. Professor Guglielmo Aglietti, Direktor am federführenden Surrey Space Centre, zeigte sich begeistert: „Wie sind absolut erfreut über das Resultat der Netz-Technik. Auch wenn es wie eine einfache Idee klingt, hat die Komplexität ein Netz zu nutzen, um Müll im Weltraum einzufangen, jahrelange Planungen notwendig gemacht.“

Mehrere tausend Tonnen Weltraumschrott müssen entfernt werden

Das Projekt ist damit aber noch keineswegs beendet. Stattdessen sollen in den nächsten Monaten noch verschiedene weitere Ansätze getestet werden – etwa eine Harpune und eine Art Abschleppseil. Genug zu tun, wäre in Sachen Müllentsorgung im Weltall auf jeden Fall: Schätzungen gehen davon aus, dass es mehr als 7.600 Tonnen an durch den Menschen verursachtem Müll im Weltraum gibt. Teilweise handelt es sich um riesige Objekte – etwa nicht mehr funktionsfähige Satelliten. Oftmals sind es aber auch nur ganz kleine Teile, die aber aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit dennoch zu einer Gefahr werden können. Das Projekt RemoveDEBRIS will für dieses Problem eine Lösung finden und wird von Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und Politik getragen.


Via: New Atlas

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.